Der Grinch in mir oder warum ich einen Stollen-Guglhupf buk {Rezeptesammlung}

Ehrlich gesagt: Es ist jedes Jahr das gleiche. Mit Weihnachten steh‘ ich auf Kriegsfuß. E-Mails an die wöchentliche Kochrunde mit Freunden, in der ausgiebig die Idee verhandelt wird, gemeinsam einen Gänsebraten mit Rotkohlgemüse und Klößen zuzubereiten, unterschreibe ich mit Grinchziska. Die Dahlien im Garten haben schließlich im November noch geblüht! Nicht mehr allzu üppig zwar, aber es waren doch noch einige Knospen dran. Da ist es meiner Meinung nach viel zu viel zu früh für diese Art Festtagsessen … Überhaupt hing ich ja im Garten total hinterher. Die Himbeersträucher habe ich vor vierzehn Tagen erst eingekürzt, wochenlang war das Laub auf dem Rasen nicht aufgesammelt und die Geranien standen auch noch lange draußen. – Mit anderen Worten: Weihnachten kann mir gut und gern gestohlen bleiben! In den letzten Jahren habe ich ja die Theorie entwickelt, daß ich alle diese Arbeiten nicht nur deshalb so lange wie möglich vor mir herschiebe, weil das Wetter oft so schlecht ist und ich dann auf eine Regenpause am Wochenende warte. Ich glaube, ich möchte einfach nicht, daß die Gartensaison überhaupt endet. Daß es draußen dunkel und kalt und naß ist und daß die Tage zu kurz sind, um sich lange im Garten aufzuhalten. Nein, das möchte ich wirklich nicht!

Das ist allerdings aus zwei Gründen total doof. A) wohne ich mitten in Bochum und demnach in einer Region, die nicht gerade für ihre günstigen klimatischen Bedingungen berühmt ist. Siehe die verregneten Sommer der vergangenen Jahre. B) lässt sich der Winter ja ohnehin nicht vermeiden. Und der erste Advent kommt bestimmt der erste Advent ist ja schon heute! OMG – dagegen kann ich mich wohl noch so sehr und mit Händen und Füßen wehren wollen, das hilft alles nichts.

Blöd nur, daß ich im Dezember einen so vollen Arbeitsplan vor mir habe, daß ich die kommenden Feiertage im Moment noch eher als eine nicht sonderlich willkommene Störung im Betriebsablauf wahrnehme. Die Einladung, bewußt einen Gang (oder zwei) runterzuschalten, mich zu besinnen, ist bislang jedenfalls völlig an mir vorbeigegangen. Auch das ist inzwischen jedes Jahr das gleiche.– Aber ist das nicht verrückt? Das ist doch total verrückt! Das muß sich doch ändern lassen?

Ja, das läßt sich ändern. Backen ist in solchen Fällen immer eine Lösung, denn Backen entspannt. Backen verlangsamt. Mich zumindest, das habe ich jetzt schon mehrfach ausprobiert. Und zeige Euch zum Beweis ein wenig aufwendiges Rezept für einen vorweihnachtlich-köstlichen, sehr einfach zu machenden Stollen-Guglhupf mit Quark. Nur die Zutatenliste ist etwas länger. Und das beste daran: Da es sich ja nicht um einen echten Stollen handelt, muß der Kuchen kaum durchziehen und schon gar nicht wochenlang lagern – man kann ihn also direkt anschneiden und ein Stück probieren. Perfekt! Ich habe das Rezept* ein wenig abgewandelt und anstelle der vorgesehenen getrockneten Aprikosen und des kandierten Ingwers kandierte Orangen- und Zitronenschalen verwendet, das erschien mir irgendwie passender. Stolln und so! Aber das kann ja jede(r) so halten, wie sie oder er mag. (Es soll jaauch Leute geben, die den Geschmack von Orangeat und Zitronat nicht mögen. – Ich bin da nicht so.)

Für einen kleinen Guglhupf braucht Ihr 25 gr kandierte Zitronenschalen und 25 gr kandierte Orangenschalen, zerkleinert, 30 gr gehackte Pistazien, 50 gr gehackte Mandeln (oder Haselnüsse), 30 gr Marzipanrohmasse, 150 gr weiche Butter, 3 Eier, 1 Prise Salz, 50 gr Zucker, 200 gr Magerquark, 175 gr Mehl und 1 El Backpulver.

Zum Bepinseln des fertig gebackenen Kuchens: 15 gr Butter und 100 gr Zucker.
Zum Bestäuben: Puderzucker

Butter und Mehl für die Form.

Achtung! Zuerst den Ofen auf 175 °C vorheizen, die Backform buttern und mit Mehl ausstäuben.
Backzeit ca. 45 Minuten.

Und so geht’s:

1. Zitronen- und Orangenschale, Mandeln, Pistazien, Marzipanrohmasse und weiche Butter bei schwacher Hitze in einem Topf erwärmen und dabei so lange rühren, bis Marzipan und Butter geschmolzen sind.

2. In einer Rührschüssel die Eier mit Salz und Zucker schaumig schlagen. Nach und nach die etwas abgekühlte Buttermasse sowie den Quark untermischen. In einer zweiten Schüssel Mehl und Backpulver vermengen, über die anderen Zutaten sieben und alles gut miteinander verquirlen.

3. Den Teig in die Form geben, glattstreichen und auf der mittleren Schiene backen. Hölzchenprobe!

4. Nach dem Backen den Kuchen kurz in der Form ruhen lassen und dann vorsichtig auf ein Kuchengitter stürzen. Die Butter zum Bepinseln zerlassen und den noch warmen Guglhupf damit bepinseln, dann sofort mit Zucker bestreuen.

5. Vollständig auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäubt servieren. Auf Weihnachtsstimmung hoffen!

Und, verratet Ihr mir noch Eure Geheimrezepte für erholsame Adventswochenenden?

 

 

*Quelle und Inspiration: Das große Gugelhupf-Backbuch, erschienen bei Naumann und Göbel in Köln.
Rezept auf der Seite 46.

 

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2 Gedanken zu „Der Grinch in mir oder warum ich einen Stollen-Guglhupf buk {Rezeptesammlung}

  1. Was für ein cooles Rezept, dein Stollenhupf 🙂 Das Wochenende steht ja vor der Tür, das lädt ja zum Nachbacken ein…

    • ❤ Da wünsch' ich viel Spaß, hoffentlich schmeckt's Euch so gut wie mir. Hier schneit es schon wieder aus allen Knopflöchern, das lädt ja dazu ein, sich in die Küche zu verkrümeln! Einen schönen zweiten Advent!

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