Neues vom Rosenkohl {Laubenhausmädchens Gemüsegarten}

Oder auch: zwei Fliegen mit einer Klappe.

Diese Rosenkohlsache ist ja schon auch ein bißchen aufregend, das kann ich Euch sagen. Immer komm‘ ich bang in’n Garten und denk‘ mir, hoffentlich, hoffentlich, hoffentlich! Hoffentlich waren die Schnecken nicht dran, hoffentlich bleiben die Fliegen weg. Und kommen jetzt etwa noch die bösen Schmetterlingsraupen ums Eck? Hoffentlich nicht. (Kohlweißling und so, in groß oder in klein zu haben und sehr gefräßig. Am Kohlrabi waren sie tatsächlich dran und haben die Blätter zum Teil komplett abgenagt, die blöden Viecher. Wie passend, daß die Knollen inzwischen groß genug waren, daß wir sie ernten konnten. Mußten. Das rettet!)

Gut, daß ich von Anfang an das Kulturschutznetz auf den Rosenkohl gelegt hatte! (Schneckenschaden: überschaubar. Weitere Schädlinge vorerst nicht zu verzeichnen.) Noch können die Pflanzen das ultraleichte Baumwollgewebe gut tragen und schieben es mit jedem Zentimeter, den sie wachsen, weiter mit sich in die Höhe. Ich mußte jetzt schon einmal das alte Stück gegen ein größeres austauschen, weil’s nicht mehr ausreichte. Ab und zu nehme ich das Netz hoch und lockere die Erde um die Rosenkohlpflanzen herum. Zum Gießen – wenn es nicht sowieso regnet … – kann es ja eh liegen bleiben. Wasser geht durch.

Soweit, so gut also. Blieb noch die Düngefrage zu klären, Rosenkohl hat ja als Starkzehrer einen recht hohen Nährstoffbedarf und braucht gelegentlich eine extra Mahlzeit. Nun verhält sich das aber so, daß ich in Düngerfragen gar nicht so bewandert bin, das muß ich zugeben. Meistens bin ich ehrlicherweise auch zu faul, mich zu kümmern. – Kompost, klar: jedes Jahr neu. Ich lasse auch am Ende der Saison regelmäßig die Wurzeln von den Bohnenpflanzen im Boden und suche dann im Frühjahr wieder einen neuen Platz im Beet aus, an dem ich Bohnen lege. (Warum? Knöllchenbakterien. Die siedeln sich an den Wurzeln von Bohnen an und können Stickstoff aus der Luft binden. Genauer erklären kann ich das leider nicht – nur den Tip weitergeben. Funktioniert!)

Brennesseljauche vergesse ich ständig anzusetzen. Das wäre ja das einfachste! Hat aber jetzt schon mehrere Jahre hintereinander nicht geklappt. Ich vermute eine Ausweichtaktik, stinkt ja wie Hulle, das Zeug, wenn man es einmal angesetzt hat. Das nehme ich mir immer wieder vor, aber … (Ekelig!) Für die Tomaten habe ich einen biologischen Flüssigdünger, den ich gelegentlich benutze – der riecht dagegen angenehm nach Maggi.  Aber für den Rosenkohl?

In meinem allwissenden Handbuch* las ich, daß man die Kohlpflänzchen auch mit einer Mulchschicht aus Tomatengrün versorgen kann. Das leuchtete mir ein. Warum sollte das, was bei den Tomaten selbst funktioniert, nicht auch bei anderen Pflanzen im Gemüsegarten funktionieren? Nicht nur, daß da Nährstoffe mitkommen, zu mulchen bietet ja auch noch den Vorteil, daß der Boden rund um die Pflanzung bedeckt ist und nicht so bald austrocknet. Weniger gießen kann ja auch nicht schaden. (Obwohl, die Regentonne ist ja immer einigermaßen voll zur Zeit, geregnet hat es wohl bei uns.) Jedenfalls traf es sich, daß das Chaos im Tomatenhaus ohnehin noch zu lichten war … Zwei Fliegen mit einer Klappe, in der Tat. Ich hatte zwar im Frühjahr extra Tomatensorten ausgewählt, von denen ich gelesen hatte, daß das übliche Ausgeizen im Laufe der Saison nicht unbedingt nötig sei, aber die Pflanzen sind in den letzten Wochen so gewachsen – explodiert geradezu! –, daß ich gar nicht mehr recht erkennen konnte, welcher Trieb und welcher Strunk zu welcher Pflanze gehörte. Ich hatte schon einige extra Stäbe zwischen die Tomaten gesteckt, um noch etwas zum Aufbinden zu haben, und gießen konnte ich auch schon nur mehr so auf Verdacht. Was auf die Dauer auch nicht gut ist, denn die Pflanzen (vielmehr die Blätter) sollen ja möglichst nicht naß werden.

Also, kurz und gut, es mußte dringend geschnitten werden. Ich habe die Tomaten bei der Gelegenheit nicht nur ausgegeizt, also die kurzen Seitentriebe in den Blattachseln abgeknipst (das geht am besten mit zwei Fingern), sondern auch eine ganze Menge Blätter und auch einige Triebe, an denen sich noch keine Blüten oder Fruchtansätze gebildet hatten, komplett entfernt.

Und siehe da, so kam eine ganze Menge Grün zusammen, das ich zerkleinern und als Mulch unter den Rosenkohlpflanzen verteilen konnte. Jetzt bin ich total gespannt, wie die sich weiter entwickeln werden … (Toitoitoi! Ich bleibe dran.)

 

*Davon hatte ich Euch neulich schon mal vorgeschwärmt: Andrea Heistinger und Arche Noah, Handbuch Biogemüse, ungekürzte Lizenzausgabe der Eugen Ulmer KG, Löwenzahn Verlag 2010.

 

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