Sandwich is for Summer {Rezeptesammlung}

Ihr könnt’s Euch sicher denken: Im Moment versuche ich, jede freie Minute im Garten zu verbringen. Und wie froh ich bin, daß die Tage noch lang sind! Abends bleibt es hell und ich kann auch nach Büroschluß noch ein Weilchen im Garten sein. Vielleicht zwischen den Blumen an der Terrasse noch die Harke schwingen oder die Gurken aufleiten oder für die Tomatenpflanzen, die so unglaublich groß geworden sind, Schnüre bis unter die Decke des Tomatenhauses binden, damit sie sich daran weiter festhalten können. Bei der Wärme: sowieso gießen. Oder in Ruhe auf der Bank sitzen, den Duft vom Lavendel genießen und einfach mal eine Viertelstunde innehalten. Deshalb mag ich den Sommer so. – Die Wärme, der Himmel (das Blau!) … Wenn ich im Garten sein kann, fühlt sich das manchmal an wie Sommerferien früher.

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Wird das Mädchen jetzt gar nostalgisch? Ja. Wird es, ein ganz klein bißchen aber nur. Und ein einfaches Gegenmittel hat’s auch im Gepäck (siehe unten). Ein schnelles Rezept aus seiner Sammlung nämlich. Na, eigentlich zwei. Die aber so hervorragend zusammen passen! Daß ich Euch die Kombination kaum vorenthalten kann. Ihr kennt mich doch inzwischen und wißt, ich mag es sehr, mich mit Hilfe meines Abendbrots an andere Orte zu versetzen. An gute Orte – und in schöne Erinnerungen. Urlaub auf dem Teller, quasi. Bei dem schwül-warmen Wetter, das wir in letzter Zeit so häufig hatten, transportiert’s mich tatsächlich oft in Gedanken nach South Carolina zurück. In das Jahr, in dem ich lernte, das Flipflops nicht einfach Badelatschen sind, als im November noch Kurzehosenwetter war und ich das erste Mal Biscuits aß*. Biscuits, diese fluffigen, frischen, unglaublich leckeren Buttermilchbrötchen, die man im Süden der USA zu jeder Tages- und Nachtzeit bekommt. Man ißt sie mit brown gravy, mit Virginia Ham oder mit fried chicken. Und mit gravy on top. Zum Frühstück belegt mit Rührei und Speck. Oder man macht ein Sandwich draus. Ein ganz einfaches, wie hier: mit Hähnchen und eingelegter Gurke.

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Zwei Rezepte, die ein wunderbares Sommer-Abendessen ergeben. Mit Salat dazu? Sogar gar nicht nur ungesund. – Und je nur fünf Zutaten! (Die man ja größtenteils immer im Haus hat.) Das geht wirklich fix, zumal die Biscuits keine 20 Minuten im Ofen verbringen. Im Original stammen beide Rezepte aus Philia Kelnhofers Five Ingredient Recipes (A Cookbook for Busy People)**. Philia bloggt hier, und ich folge Ihr schon seit einiger Zeit, weil ich ihren Five Ingredient Friday so klasse finde. (Lange Arbeitswoche und null Ideen fürs Abendessen am Freitag? Das gibt’s bei uns immer seltener, seit ich meine Kochbuchsammlung um dieses Buch erweitert habe. Kann ich nur empfehlen.)

Und so geht’s. Schritt 1: Biscuits backen.

Die fünf Zutaten – okay, sechs, wenn man das Salz auch zählt: 2 cups (ca. 240 gr) Mehl, 1 El Backpulver, 1 Tl Salz, 60 g Butter, 3/4 cup (ca. 180 ml) Buttermilch, 2 El Honig.

Den Backofen auf 180 °C vorheizen, ein Backblech mit Backpapier auslegen.Die Butter kurz ins Eisfach legen, das erleichtert die Verarbeitung enorm und bringt auch die Konsistenz des Teigs voran.

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1. Mehl, Backpulver und Salz in einer Schüssel verrühren. Die eiskalte Butter in kleinere Stücke teilen, zufügen und das ganze rasch zu einem lockeren Knetteig verarbeiten – ähnlich wie Streusel. Ich lasse die Knethaken meines Handrührgeräts meist den Anfang machen und knete dann per Hand weiter.

2. Buttermilch und Honig zugießen. Mit den Händen (vorher die Handflächen leicht bemehlen!) weiter kneten und alles zu einem lockeren Teig verarbeiten. Nicht zu lange kneten, sonst werden die Brötchen schnell zäh. Falls der Teig zu trocken sein sollte, etwas Buttermilch hinzufügen, und falls er zu feucht gerät, noch etwas Mehl einarbeiten.

3. Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche nicht zu dünn ausbreiten und größere Kreise ausstechen – ich nehme da immer ein Glas zur Hilfe, da ich keinen kreisrunden Keksausstecher besitze. Wie bei Scones! Die Teigmenge sollte für sechs bis sieben Biscuits reichen.

4. Die Teiglinge mit etwas Abstand auf dem Blech plazieren und ca. 18 bis 20 Minuten goldbraun backen. Und dann: am besten ofenfrisch noch lauwarm genießen! Ein Gedicht, sag ich Euch. Ein Gedicht.

Das Hühnchen erst! Der Belag für’s Southern Style Chicken Sandwich.

Während die Biscuits im Ofen backen und anschließend noch kurz abkühlen, könnt Ihr schnell den Belag fürs Sandwich vorbereiten.

Für vier bis sechs Sandwiches braucht Ihr ca. 300 bis 400 gr Hähnchenfilet, 1 Glas eingelegte Gurken in Scheiben, etwas Mehl, 1 Prise Salz – und Butter zum Braten in der Pfanne.

1. Das Filet in vier etwa gleichgroße Stücke teilen. Mit dem Fleischklopfer sehr flach klopfen.

2. Vom Gurkenwasser aus dem Glas gerade so viel abnehmen, daß die Hähnchenstücke darin 10 bis 15 Minuten mariniert werden können. Zauberei! Das Fleisch wird butterzart im Gurkenwasserbad. Das ist unschlagbar in der Kombination mit der knusprigen Hülle, wenn Ihr mich fragt. (Siehe unten.)

3. Mehl und Salz auf einem flachen Teller mischen, das Fleisch darin wenden.

4. Genügend Butter zum Braten in einer Pfanne erhitzen und das Hähnchen nach und nach darin ausbacken (pro Stück etwa sechs Minuten von jeder Seite, zwischendurch öfter mal wenden).

5. Biscuits aufschneiden, die untere Hälfte mit Gurkenscheiben belegen. Hähnchen drauf. Oberteil aufsetzen – und fertig ist der Sandwich-Genuß.

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Seht Ihr, das ist doch echt nicht schwer. Oder? Wir haben dazu Gartensalat (Salat aus dem Garten, frisch gepflückt) gegessen. Für das Dressing mit Olivenöl habe ich das übriggebliebene Gurkenwasser verwendet, statt Essig. Das war nicht schlecht! Kann ich auch sehr empfehlen.

Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muß in die Küche. Biscuits backen!

 

*Das war 1999. Kommt mir immer noch vor wie gestern.

** Philia Kelnhofer: Five-Ingredient Recipes, A Cookbook for Busy People. The Countryman Press 2016.

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2 Gedanken zu „Sandwich is for Summer {Rezeptesammlung}

  1. Das klingt super…. die werde ich auf jeden FAll versuchen. Für schnelles Essen bin ich immer zu haben. oft ist der alltägliche Wahnsinn Programm 😉
    LG

    • Hier ja auch, irgendwie … 🙂 Da hat dieses Sandwich eindeutig beruhigende Wirkung, auf mich jedenfalls! Bin gespannt, ob’s Dir auch so geht! Liebe Grüße!

Hinterlaßt gern eine Nachricht für mich. Habt aber bitte etwas Geduld, wenn ich nicht gleich dazu komme, Eure Kommentare zu veröffentlichen oder zu beantworten.

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