Wie ich mir den Sommer ins Haus hole

Ihr fragt Euch bestimmt: Juckts die gar nicht in den Fingern? Daß sie wieder in der Erde wühlen und im Garten werken kann? Doch, schon. – Ja, sicher tut es das! Eben erst Erde unter den Nägeln gehabt (mit Handschuhen arbeite ich nicht so gern), da die Aufräumarbeiten ja längst laufen. Der Frühjahrsputz im Garten ist im Gange, so es das Wetter und die Temperaturen wohl erlauben. Da muß man dann eben dem Nieselregen ab und zu ein Schnippchen schlagen und wie heute nachmittag mit der Kaffeetasse unterm Laubenvordach sitzen und warten … Sonntags nur leise Arbeiten, das Laub aus den Beeten holen, das bis vor kurzem noch als Kälteschutz dienen sollte, an den Stauden Verblühtes und Verbrauchtes, am Frauenmantel – und davon haben wir viel! – die braungewordenen Blätter abschneiden: Da gibts jetzt schon eine ganze Menge zu tun. Den ersten Löwenzahn mußt‘ ich schon loswerden! Und bis zum Gemüsebeet sind wir noch gar nicht vorgedrungen, das auch noch hübsch gemacht werden soll. Das kann aber nun wirklich noch ein bißchen warten, denke ich. – Da ist ja noch die Berberitzenhecke, die jetzt doch ganz abgeräumt wird, weil sie uns mit ihren ewigen Stacheln so nervt: laute Arbeiten nur unter der Woche und mit großer Unterstützung der Obleute aus dem Schrebergartenverein, die einen Motorsägenführerschein haben. Und das entsprechende Gerät. Danke, Männer! (Muß man ja mal sagen.)

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Um mir jedenfalls die Wartezeit auf den Sommer zu verkürzen und zu versüßen, habe ich vor zwei Wochen ein paar Blumen ausgesät. Zinnien! Denn Zinnien liebe ich sehr, ihre kleinen Blüten leuchten so schön. – Über die Zinnien bin ich im letzten Jahr auch nach Monticello gekommen [klick], unbedingt wollte ich diesen Garten sehen, weil ich gelesen hatte, daß Thomas Jefferson dort unter anderem eine bestimmte, sehr alte Wildform der Zinnie gezogen hat, die in Europa bereits um 1700 kultiviert wurde (die Zinnia peruviana – mit botanischen Namen hab‘ ichs ja sonst nicht so) … und deren Blüten mag ich besonders gern. Deshalb. Mußte das unbedingt sein. Klar, oder?

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Lange Rede, kurzer Sinn: Sommerblumen aussäen. Bißchen früh vielleicht? Nicht unbedingt. Jetzt ausgesät und hinterm Fenster fleißig vorgezogen, blühen die Blumen schon sehr früh in der Saison im Mai und Juni. Und das sind doch beste Aussichten! – Dazu müßt Ihr wissen: bislang habe ich mit meinen Sommerblumen nicht sonderlich viel Glück gehabt. Die Ringelblumen kommen zuverlässig (die sind ja hartgesotten) und auch ein paar Wicken (die aber wohl von unseren Schnecken auch ganz gerne gemocht werden), aber sonst? In den letzten Jahren hat es gerade um die Zeit, wenn die Freilandaussaat ansteht, gern und viel geregnet, und was dabei nicht fortgeschwemmt wird, picken am Ende die Vögel aus der Erde, die wissen ja auch, wo es Gutes gibt. Dann ist’s am Ende Essig mit der Blütenpracht, und dafür sind die Zinnien mir zu schade.

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Mit den Blumen geht das nicht anders als mit dem Gemüse – geeignete Gefäße, hier: Plastikschalen vom Gemüsekauf, in die ich mit der Spitze eines metallenen Schaschlikspießes (was man halt so zu Hause hat!) ein paar Löcher für den Wasserabzug gestochen habe, gute Aussaaterde, die nicht zu schnell austrocknet, Saatgut. Mehr braucht es fast schon nicht, abgesehen von einer passenden Schaufel (oder einem Löffel), um die Erde in die Gefäße zu bringen, und einem lichten Platz am Fenster. Untersetzer vielleicht, und Utensilien zur Beschriftung (Eßstäbchen und Post-its, die bewährte Kombination in Laubenhausmädchens Pflanzenschule). Viel müßt Ihr gar nicht beachten: Erde in die Aussaatgefäße, wo möglich, ein, zwei Reihen ziehen – auch hierfür eignet sich ein Eßstäbchen bestens –, die Samen einstreuen (Tütchen aufreißen, in die Hand nehmen, mit dem Zeigefinger vorsichtig klopfen), mit Erde bedecken. Die Erde vorher anfeuchten und regelmäßig gucken, daß sie nicht insgesamt zu trocken wird. Dafür nutze ich die Blumenbrause. Bis das erste zarte Grün zu sehen war, hat’s gar nicht lange gedauert, eine Woche vielleicht, dann gingen die ersten Samenkörner auf. Große Freude!

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Da sie ursprünglich aus Süd-, Mittel und zu Teilen Nordamerika stammen, mögen Zinnien es schon bei der Aussaat warm. (Südfenster reicht offenbar, ich hatte erst befürchtet, daß es im Schlafzimmer – wo die Aussaatkistchen im Moment noch stehen – zu kalt sein könnte. Aber nein: Die Aussaat ist gut angegangen.) Im Freiland sollen sie frostempfindlich sein, so richtig raus lasse ich die Blumen also dann wohl erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Windgeschützer Standort auf durchlässigem, mit Kompost gedüngtem Boden: Das kriege ich hin. Und daß sie Trockenheit vertragen, kommt mir gerade zupaß, ans Gießen denke ich ja nicht immer. – Muß man bloß noch hoffen, daß der Sommer dieses Jahr nicht wieder gar so verregnet wird! Ich drück‘ uns die Daumen …

Und, welches sind Eure liebsten Sommerblumen?

 

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