Das Eichhörnchen-Problem {Rezeptesammlung}

Ich bin eigentlich kein Sammler. Ich hebe viele Dinge auf, ja. Eintrittskarten, Postkarten, Bordkarten, Kalender … persönliche Erinnerungen. Aber sammeln? Nein, oft  schmeiße ich solche Sachen auch weg, hab‘ ich ja alles im Kopf, denke ich dann. Dafür brauche ich keinen Beweis! Was ich allerdings horde wie ein Eichhörnchen? Kochrezepte. Eindeutig: Kochrezepte.

Für mich sind Rezepte Erinnerungen. Erinnerungen an Urlaube, an Orte, Länder oder Leute, an Abende mit Freunden, Kochaktionen in meiner alten WG, an Momente. Jahreszeiten, Gerüche. Und wie einfach das ja heute ist, Rezepte zu sammeln! (Jetzt klinge ich wie meine Oma.) Ein Klick, und zack: oh schön, gespeichert bei Facebook. Das sieht aber richtig lecker aus, im Browser ein Lesezeichen gesetzt, bei Instagram geherzt, das will ich aber auch mal ausprobieren! Ausgedruckt, abgeheftet, für später gemerkt, wenn ich mal Zeit habe. Früher hatte ich für diese Zwecke ein eigenes Heft (– wo wir von Souvenirs sprechen: in Frankreich gekauft vom Urlaubstaschengeld, da war ich vielleicht 16 0der 17, und ich denke heute noch dran, wenn ich dieses Heft in die Hand  nehme. Das habe ich tatsächlich seit über 20 Jahren aufgehoben! Die ersten Rezepte meiner Sammlung hatte ich dafür vorgesehen, sie fern von zu Hause nachkochen zu können, als ich zum Studium auszog. Sehr oft habe ich in der ersten Zeit dann doch in der Mensa gegessen, aber ich war immerhin vorbereitet!), in das ich Ausrisse aus Zeitschriften und von Verpackungen geklebt oder Rezepte abgeschrieben habe. (Absolutes Highlight: die Schaumkußtorte. Oder auch die Rückseite des Couscous-Kartons. Wie ging das noch mal? Das waren eben die kleinen Herausforderungen.) Heute nutze ich regelmäßig mein Telefon als Speicher und leiste mir gelegentlich ein Kochbuch, wenn ich ganz und gar nicht widerstehen kann. Kochbücher lasse ich mir auch gerne schenken … Aus dem Literatur-und-Küche-Kalender, der jedes Jahr im Arche Kalender Verlag erscheint und der traditionell bei uns in der Küche hängt, habe ich inzwischen so viele Kalenderblätter herausgerissen und aufgehoben, daß man daraus ganz sicher problemlos mindestens zwei neue Jahreskalender zusammenstellen könnte. Und so weiter und so fort.

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Einziger Haken an der Sache: mit dem Nachkochen komme ich partout nicht hinterher. Unter der Woche muß es ja doch oft irgendwie schnell gehen, und wenn ich dann mal Zeit hätte (am Wochenende), bin ich doch wieder mit anderen Sachen beschäftigt – und dann gibt’s eben das, was es immer gibt. An sich ist das ja auch nicht weiter schlimm. Aber warum dann die Sammlerei und Horderei, außer als Hobby? Richtig. Ich koche jetzt häufiger für Euch, habe ich beschlossen. Eine Blog-Reihe muß her, und ich nenne sie: Rezeptesammlung. Tadaa! (Echt innovativ so.)

Zumeist teilen sich die Rezepte meiner Sammlung in die folgenden Kategorien: Oh, gut für die Mittagspause. Leicht für meine Low-Carb-Tage, muß ich mir merken. Interessante Geschichte, das Buch wollte ich doch eh mal lesen (wahlweise: Lieblingsbuch, aufheben!). Erinnert mich an dieses oder jenes. Urlaub! Oder: Hm, was für ’ne Sauerei. Nicht ganz gesund, muß ich trotzdem probieren. Sieht lecker aus.

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Diese letztgenannte Kategorie darf heute den Anfang machen. Mit einem Rezept für Mac & Cheese Muffins*. Zwei Dinge treffen da aufeinander: Laubenhausmädchens Vorliebe für (fast) alles, das mit Käse überbacken ist. Und, daß ich vor zwei Tagen irgendwo aufschnappte, daß in Amerika der #nationalcheeseloversday zelebriert wurde. Obskure Feiertage sind dazu da, sie zu begehen! Absolut. (Gab ja sonst auch wenig zu lachen an diesem 20. Januar.) Makkaroni und Käse zählen außerdem zu meinen absoluten Lieblingsgerichten – in jedweder Form. Im grilled cheese sandwich (oh, so gut!), mit scharf gewürzter Bolognese-Sauce oder mit gerösteten, mit Kräutern aromatisierten Semmelbröseln obenauf, aus dem Ofen … Bis ich verstanden hatte, wie unglaublich einfach die cremige Käsesauce zu machen ist, habe ich – I confess – oft die Fertig-Variante aus der Box gegessen, dafür gibt’s Zeugen. Daß ich als Studentin mal zwei Semester in den USA war, habe ich Euch glaube ich an anderer Stelle schon mal erzählt, oder? Fragt mal meine Mitbewohnerin, wie oft es in dieser Zeit für mich Mac & Cheese gab. Sehr, sehr oft. Um nicht zu sagen: ständig!

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Die Muffins sind wirklich schnell gemacht. Für 12 Stück braucht Ihr: 200 gr Kürbispüree, 400 gr Pasta (kurze Makkaroni oder eine andere kleine Sorte, hier: Mini-Farfalle), 1 El Butter und Mehl, 150 ml Milch, 150 gr geriebenen Käse (Cheddar, Emmentaler, Bergkäse oder was Euch am liebsten ist), 75 gr Ziegenfrischkäse oder Frischkäse, 1 Tl oder nach Geschmack etwas mehr Senf, geriebenen Parmesan.

Um das Kürbispüree herzustellen, habe ich die Hälfte eines kleinen Hokkaido geputzt, von den Kernen befreit, in Spalten geschnitten und mit etwas Olivenöl und Pul biber (getrockneten Chiliflocken) bei 200 °C im Ofen gebacken, bis der Kürbis weich genug war, daß ich ihn mit der Gabel zermusen konnte. Das dauert etwa 20 Minuten.

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Und so geht’s:

1. Die Pasta nach Packungsanweisung zubereiten. (Nicht zu lange kochen!)

2. In einem weiten Topf aus Butter und Mehl eine Mehlschwitze herstellen. Die Milch angießen und kräftig rühren, rühren, rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Einmal aufkochen lassen und, sobald die Sauce andickt, die Hitze reduzieren und Käse, Frischkäse, Kürbis sowie Senf zugeben. Zu einer cremigen Masse mischen.

3. Die Pasta zur Käse-Kürbis-Sauce in den Topf geben und alles gut miteinander vermengen.

4. Ein Muffinblech mit Papierförmchen  bestücken. Die Förmchen mit der Pasta-Käse-Mischung befüllen (etwa 2 Eßlöffel pro Förmchen) und jeweils mit Parmesan bestreuen. Das ganze etwa 20 Minuten im Ofen backen – der ja praktischerweise schon vorgeheizt ist durchs Kürbispüree. Fertig! Und saulecker, echt. Ungelogen.

Habt Ihr auch ein heimliches Lieblingsessen?

 

* Hier das Originalrezept: [klick].

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Ein Gedanke zu „Das Eichhörnchen-Problem {Rezeptesammlung}

  1. Pingback: Voll Kohl, ey {Laubenhausmädchens Gemüsegarten} | Laubenhausmädchen

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