Kopfgymnastik. Und ein Rezept {Laubenhausmädchens Kräutergarten}

Wer mich kennt, weiß: Zahlen sind mir ein Graus. Rechnen fand ich schon in der Grundschule doof. (Buchstaben hingegen – Buchstaben waren schon damals meine Freunde!) Wie ich durch den Matheunterricht gekommen bin? Sicher nicht sonderlich gut, fragt meine Lehrer. So durchgemogelt hab‘ ich mich, meistens. Und gelegentlich denke ich heute noch, hättest du mal besser aufgepaßt. Letzten Sonntag zum Beispiel. Backen wollte ich, und war vom Rezept* kurzzeitig voll aus der Fassung gebracht. Nicht nur, daß ich zum ersten Mal den Versuch machen wollte, in der gußeisernen Form – mit anderen Worten: im Bräter – zu backen: ein cornbread, Maisbrot mit Honig und Thymian – frisch aus meinem Kräutergarten! Juchhu! Das allein war ja schon aufregend genug. Aber. Dann mußte ich auch noch [quiek!]…rechnen… Zutaten kalkulieren jedenfalls.

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Zwölf Zoll (also: inch) sollte die Backform laut Rezept haben. Zoll in Zentimeter, das ist ja noch einfach: kann man nachgucken, in diesem Internet. Kommt raus: 30 und ein paar Zerquetschte. Ich also das Zentimetermaß an meinen gußeisernen Topf angelegt, festgestellt: kleiner. Natürlich. 24 cm. Cups, ounces, tablespoons… Vor den Maßeinheiten in amerikanischen Rezepten schrecke ich ja sonst nie zurück (die entsprechenden Hilfsmittel hatte ich mir vor Monden vom Schüleraustausch mitgebracht – da kann doch jetzt keiner sagen, das wäre nicht eine sinnvolle Investition in Souvenirs gewesen!). Diesmal hätte ich allerdings beinahe klein beigegeben… Aber nur beinahe.

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Jeweils 2/3 (ungefähr), na also gut. 3/4 cup –Thymianblätter ergibt ’n halben. 2/3 entsprechend weniger. Vier ganze cups Buttermilch machen am Ende 630 ml. Wenn aber vier Eier im Rezept angeben sind? Ein halbes Ei kriegt man ja schlecht irgendwo her! Also bin ich doch ein bißchen pi x Daumen an die ganze Sache dran gegangen… (Je nach Ei-Größe zwei bis drei.) Und was soll ich sagen: Experiment gelungen! Hat geklappt und hat sehr gut geschmeckt, deshalb will ich Euch das Rezept nicht länger vorenthalten. – Wundert Euch aber nicht, wenn die Mengenangaben ein bißchen durcheinandergehen… Gramm, Milliliter, Cups, wer nimmt das denn schon so ganz genau?!

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Für ein Maisbrot, gebacken in der gußeisernen Form (Achtung: 24 cm Ø), braucht Ihr also – in etwa –: einige Zweige frischen Thymian und noch einmal eine Handvoll Thymianblätter, ca. 1/2 cup Butter, 630 ml Buttermilch, 2–3 Eier (wie gesagt, je nach Größe), 150 gr Blütenhonig, wenig Rapsöl, 320 gr Maismehl (das feine) und 160 gr weißes Mehl, ca. 1 gehäuften Teelöffel Backpulver, Salz und Pfeffer – in meiner Variante: Pul Biber, das immer-noch-Lieblingsgewürz, das ich total gern als Pfeffer-Ersatz hernehme.

Backzeit im vorgeheizten (!) Ofen 40–45 min, Temperatur: 200 °C.

1. Den Bräter (die gußeiserne Form) auf die Herdplatte stellen, die Butter darin schmelzen lassen und mit den ganzen Thymianzweigen zusammen braun werden lassen, etwa fünf Minuten. Die Zweige herausnehmen und die Butter in eine Rührschüssel transferieren.

2. Buttermilch, Eier und Honig unter die aromatisierte Butter rühren. Die Schüssel beiseite stellen.

3. Bräter mit etwas Küchenkrepp auswischen. Dann das Rapsöl hineingeben und im Ofen (!) heißwerden lassen, so daß die Form sich gleichzeitig mit aufheizt. Laut Originalrezept ca. acht Minuten. Dabei vielleicht die Küchentür zu- und das Fenster aufmachen – ich weiß nicht, ob Ihr vielleicht auch einen Rauchmelder in der Nähe der Küche habt? Ich wollte mich jedenfalls mit unserem nun nicht auch noch anlegen…

4. Derweil in einer zweiten, größeren Rührschüssel die Mehle, Thymianblätter (vom Zweig gezupft), Backpulver, Salz und Pfeffer mischen. Eine kleine Kuhle in die Mitte drücken und die Butter-Buttermilch-Ei-Honig-Mischung da hineinlaufen lassen. Vorsichtig umrühren – mit einem Lochlöffel oder Teigrührer –, bis sich gerade so ein flüssiger Teig bildet.

5. Die Mischung vorsichtig in den heißen Bräter füllen. (Das Rapsöl bildet eine sichere Trennschicht, anbacken kann also so leicht nichts). Backen…und genießen. Laut Originalrezept am besten noch warm mit Butter und Honig. Das haben wir nicht gemacht und statt dessen mit Barbecuesauce mariniertes Hähnchen und Salat dazu gegessen – das kann man machen: war richtig gut!

Und, verratet’s mir – mögt Ihr etwa Zahlen? Ich meine, Rechnen?

 

Das Original findet Ihr hier: [Klick]

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4 Gedanken zu „Kopfgymnastik. Und ein Rezept {Laubenhausmädchens Kräutergarten}

  1. Boah!! Das klingt köstlich! Ich will das auch. Aber isch abe doch gar keinen Bräter. Dafür liebe ich neben Buchstaben auch Zahlen. Und dann dir daher sagen, dass 24 4/5 von 30 ist, wobei du hier aber auch eigentlich von den Volumenwerten ausgehen und daher auch die Höhe einbeziehen müsstest ;)! Außerdem handelt es sich um einen Kreis und daher hast du bei doppeltem Durchmesser nicht das doppelte Volumen bei gleicher Höhe, sondern man muss die Kreisfläche mit Pi und Quadraten und Potenzen und Co. mit einfließen lassen… Aber es hat ja auch so geklappt :)! Und das ist die Hauptsache. Stell dir vor, ich hätte das gebacken. Ich hätte erst wilde Berechnungen angestellt. Das wäre auch nicht lustig gewesen :D!

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