Meine Suppe eß‘ ich doch! Spicy Corn Chowder

Suppe nur im Winter? Nö. Find‘ ich nicht. Ich bin ein echter Suppenkasper. Und es gibt Situationen, da baut mich beinahe nichts besser wieder auf als eine Schale dampfend heißer Eintopf. Doch, eine Tasse schwarzer Tee vielleicht. Aber ob nun Winter ist, Sommer oder so ein Fahrstuhlwetter wie zur Zeit… Das ist mir dann grad‘ egal. – Juli über Bochum, wenn Ihr’s wissen wollt: immer noch so lala. Die Kleingärtnerin und das Wetter! (Diesen Sonntag: ausnahmsweise Liegestuhl. Unter dem großen Kirschbaum. Das war ein echtes Fest!)

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Besonders gern mag ich jedenfalls die cremigen, feisten Suppen. Ordentliche Eintöpfe. Die Amerikaner kennen eine Variante, die sie chowder nennen und die meist auf Basis einer Mehlschwitze, am besten noch mit Sahne, zubereitet wird. Könnt‘ ich mich reinlegen! Echt. Berühmt für Neu-Engand ist der clam chowder, mit Muscheln und Meeresfrüchten. Sehr lecker! Ich serviere Euch heute trotzdem einen anderen: mit viel Mais und schön scharf gewürzt. Spicy corn chowder. Könnt‘ ich mich auch reinlegen, so gut find‘ ich den … Eine Scheibe Brot dazu, perfekt. Und die Gewürzmischung mit Chili, Kreuzkümmel und Curry bringt einen echt nach vorn. Auch an einem sehr heißen Tag – ich hab’s getestet, als ich im Mai in Richmond, Va. war und das Thermometer über 30 °C anzeigte. Vormittags war ich im Museum gewesen, im Virginia Museum of Fine Arts (große Klasse, übrigens! Große Klasse. Unbedingt hingehen, falls Ihr mal in der Stadt sein solltet), und hatte mir in den Kopf gesetzt, später noch den arts district der Stadt zu erkunden, ein Viertel mit vielen Galerien, kleinen Geschäften und Cafés. Das Mietauto stand sicher in der Tiefgarage des Museums und konnte den ganzen Tag dort bleiben (Tip: Man zahlt pauschal fünf Dollar fürs Parken und hat dann freien Eintritt), und auf dem Stadtplan sah es so aus, als müßte man den Weg bis in das Kunstviertel locker zu Fuß zurücklegen können. Ich also: Kamera untergeschnallt und los! Was ich allerdings nicht bedacht hatte – der Stadtplan war nicht ganz maßstabsgerecht (ach, die blöden Touristen!), und so lief ich also locker zehn Blocks, die auf der Karte gar nicht verzeichnet waren, bis ich überhaupt in die Nähe des Viertels kam. Ein sehr schöner Weg vorbei an alten Stadthäusern mit kleinen Gärten und Veranden, ganz wunderbar und echt klischeemäßig southern – aber: sehr heiß. Wirklich sehr heiß. So heiß, daß ich erstmal eine erfrischende Limonade brauchte, bevor ich meine Tour durch den arts district starten konnte. Erdbeer-Basilikum: geile Kombi! Damit ging’s gut.

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Und abends? Abends brachte mich der Chowder wieder richtig auf Vordermann (siehe oben). Viel Mais, viel Crème und echt gut gewürzt. In der Nähe des Hotels, in dem ich übernachtete, fand ich mein Glück in einem Whole-Foods-Supermarkt, dessen Deli alles bot, was das Herz auch nur begehrte. Ein großes Stück Maisbrot zum Eintopf zum Beispiel, und einen gut gekühlten Eistee. (Ungesüßt, unbedingt ungesüßt. Das Getränk überhaupt im Süden.) Ich hätte den Laden so gern eingepackt und einfach mitgebracht, mit allem drin. Das ging leider nicht … Aber ein gutes Rezept habe ich immerhin gefunden, und das kommt jetzt.

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Für 2 Personen braucht Ihr 250 ml Milch, 250 ml Gemüsebrühe, einen gr0ßzügigen Stich Butter, 1/2 Zwiebel (rot oder weiß, in feinen Würfeln), ca. 2 EL Mehl, 1 große und 1 kleine Dose Mais, 1 Gemüsepaprika (klein gewürfelt – in der Farbe Eurer Wahl), Frühlingszwiebel (in Ringeln), ca. 50 g geriebenen Käse.

Und für die spicyness: getrocknete Chili – oder eine frische Schote (das Originalrezept* sieht jalapeño peppers vor) –, Kreuzkümmel, Curry – beides in ordentlicher Menge –, Pimentón (spanisches scharfes Räucherpaprika).

In 30 Minuten kommt Ihr zu einem köstlich cremigen, würzigen und herzerwärmenden Eintopf:

1. Gemüsebrühe und Milch in einem kleinen Topf erhitzen: erst die Brühe aufkochen, dann die Hitze reduzieren und die Milch zufügen, sobald die Brühe nur noch leise köchelt.

2. In einem größeren Topf die Butter schmelzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Das Mehl einrühren, rühren, rühren, rühren…als Basis für die Mehlschwitze, die das chowder so wunderbar cremig und sämig werden lässt. Chili, Paprika in Würfeln und Mais (abgegossen) hinzugeben.

3. Die Flüssigkeit in den Suppentopf geben, weiter rühren. Rühren und Rühren, diese Mehlschwitzen-Sache kann ja leicht auch mal ansetzen. Die Suppe sollte jetzt langsam andicken. Fünf Minuten köcheln lassen. Den geriebenen Käse zugeben und einschmelzen lassen.

5. Auf die Teller verteilen und dampfend heiß servieren. Ganz zum Schluß die Frühlingszwiebelringelchen über die Suppe geben. – Und vielleicht, wenn Ihr mögt, ein bißchen feingewiegte glatte Petersilie oder Koriandergrün. (Könnte passen, geschmacklich.)

Und, verratet Ihr mir Euer liebstes Suppenrezept?

 

*Siehe hier: Hurry the Food up

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2 Gedanken zu „Meine Suppe eß‘ ich doch! Spicy Corn Chowder

  1. Hui, das hört sich fein an. Ich bin eigentlich gar nicht soooo der Suppenfan, die werde ich aber mal ausprobieren. Ich mag auch – wenn überhaupt – gerne kräftige „Gabeleintöpfe“. Also so richtig schön dick. Chili, Weiße Bohnensuppe mit Chorizzo.. sowas. Lecker!
    LG

    • Hmm, Chorizo! Na, Du bringst mich ja auf Ideen. Ein paar gebratene Wurstwürfelchen würden sich als Topping auf dem Mais sicher sehr gut machen… Das probiere ich aus! Lieben Gruß zurück!

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