Tomatenbrot? Tomatenkuchen!

Guten Freunden bringt man ein Küchlein. Oder wie war das noch? – So ähnlich. Ich hab‘ jedenfalls eins im Gepäck heute: ein Rezept zumindest für einen ganz herzhaften Hupf. Laubenhausmädchens neueste Marotte nämlich: nur noch Guglhupfe. Hüpfer. Fragt mich warum, ich finde einfach diese Form so schön, ich kann nichts dafür! Eine andere kommt mir nicht in den Ofen. Und ich nutze jede Gelegenheit, wie neulich sonntags, als wir bei Freunden eingeladen waren und zu frisch gebackenen Waffeln – mit heißen Kirschen und Sahne, versteht sich –  noch Deftiges auf den Tisch kommen sollte. Bergische Kaffeetafel, an den Niederrhein verlegt.

Das Laubenhausmädchen wälzte also Rezepte* und ließ sich zu einem Guglhupf mit Pesto inspirieren. Beste Gelegenheit, den neu gewonnenen Pürierstab testweise in Schwung zu bringen, das auch noch! Und ich kann sagen: funktioniert ganz wunderbar. (Im Januar war ich doch bei der lieben Tine von Pottlecker zur Kenwood-Küchenparty eingeladen. Riesenspaß – und abgestaubt. Also: gewonnen.) Was nicht ganz so gut gegangen ist – der Hefeteig, der Hefeteig. Ob ich das noch lerne? 42 gr Frisch-Hefe auf 400 gr Mehl sind vielleicht doch etwas viel… Aber es stand ja so im Rezept, ich schwör! Heute würde ich sagen: lieber weniger.

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Der Reihe nach, der Reihe nach. Im Original sieht das Rezept eine Füllung aus grünem Pesto mit getrockneten Tomaten vor. Auch hübsch! Ich wollte trotzdem was anderes und habe gleich Tomatenpesto gemacht. Zuerst also die Füllung – die am Ende keine Füllung war und statt dessen eine hübsche rote Färbung ergab… Weil, siehe oben: zuviel Hefe = recht flüssiger Teig, der (obwohl ich mich doch an die vorgegebenen Geh- und Wartezeiten gehalten hatte!) nicht wirklich fest werden wollte und sich partout nicht ausrollen ließ. Das sieht das ursprüngliche Rezept nämlich vor: ausrollen, mit der Würzpaste bestreichen, wieder einrollen wie einen Strudel, in die Form geben und darin noch einmal gehen lassen. Ging nicht! Also habe ich das Tomatenpesto der Einfachheit halber untergerührt und den Teig so in die Form gegeben. Das hat auch funktioniert… Aber ein bißchen schade fand ich’s schon. (Ob ich und der Hefeteig in diesem Leben noch mal Freunde werden? Ich will’s ja probieren, aber irgendwie?)

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Für das rote Pesto braucht Ihr jedenfalls 1 Knoblauchzehe, 100 gr Pinienkerne (oder andere Kerne, ganz nach Wahl und Geschmack), 1 Glas (150 gr) getrocknete Tomaten in Öl, 1 großzügigen El Tomatenmark, 200 ml Olivenöl und 50 gr Parmesan.

Und es ist schnell gemacht: Die Knoblauchzehe schälen und nur grob hacken. Währenddessen die Kerne in einer beschichteten Pfanne (ohne Fett) anrösten, bis sie etwas Farbe annehmen und leicht mürbe werden. – Umrühren nicht vergessen, damit die Kerne nicht angehen. (Was sie meistens ja doch tun.) Die Pfanne vom Feuer nehmen. Die Tomaten etwas abtropfen lassen, in Stücke teilen und mit den übrigen Zutaten – außer dem Parmesan! – in ein hohes Rührgefäß geben. Mit dem Stabmixer zu einer pastösen Masse verarbeiten, den Käse fein reiben und unterheben. Nach Geschmack mit Salz und Pfeffer würzen. (Chili, geräucherte Paprika, Pul Biber? Fiele mir noch ein.)

Das läßt sich leicht erledigen, während der Teig eine seiner Geh-Pausen einlegt. Das solltet Ihr vorher einplanen: insgesamt eineinhalb Stunden Ruhezeit, plus 20 Minuten für den Vorteig.
Und, nicht vergessen: Der Ofen muß vorheizen, auf 200 °C.

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Die Zutaten für den Teig: 200 ml Milch, weniger als 1 Würfel Hefe, 400 gr Mehl (wichtig: Type 550), 1/2 Tl Zucker, 1 Tl Salz, 175 gr weiche Butter (ersatzweise Margarine), 2 Eier und 2 Eigelbe (4 Eier insgesamt)

Und so geht’s:

1. Die Hälfte der Milch nur lauwarm erwärmen und in eine Rührschüssel füllen. Die Hefe in die Milch bröckeln, 2 Eßlöffel von der angegebenen Menge Mehl abnehmen und hinzugeben, den Zucker unterrühren. Abdecken und etwa 20 Minuten rasten lassen.

2. Währenddessen in einer weiteren großen Schüssel das übrige Mehl mit dem Salz mischen. Die andere Hälfte der Milch kurz erwärmen und die Butter in der Milch schmelzen; vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Die Eier und die Eigelbe zu der Mehl-Salz-Mischung geben, den Vorteig und die Milch-Butter-Mischung zufügen. Zu einer glatten Masse kneten und an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen.

3. Eine große Guglhupf-Form (ca. 2 l Inhalt) buttern und mit Mehl ausstäuben. Dann, wenn der Teig auch die entsprechende Konsistenz hat: ausrollen, mit dem Pesto bestreichen und verfahren wie oben beschrieben. Oder: Pesto unterrühren und den Teig so in die vorbereitete Form geben. In jedem Fall: in der Backform noch einmal etwa eine halbe Stunde stehen und gehen lassen.

4. Den Guglhupf etwa eine Dreiviertelstunde im Ofen backen; mittlere Schiene. Und bitte beachten: Nach etwa 10 Minuten die Ofentemperatur von 200 °C auf 175 °C herunterregeln. Am Ende der Backzeit – Hölzchenprobe!
Den fertigen Tomatenkuchen aus dem Ofen nehmen, kurz in der Form ruhen lassen und dann stürzen. Schmeckt warm oder kalt, mit Butter, einem Stückchen Käse oder einer Scheibe Schinken. Aber eigentlich auch einfach nur so!

Und wenn ich’s mir recht überlege: Falls Ihr zu Ostern ein Brunch plant, paßt dieser Guglhupf ganz sicher auch dazu. Den Pesto-Variationen sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt. – Wie verbringt Ihr denn das lange Wochenende? Das Laubenhausmädchen hofft auf Gartenwetter und freut sich auf jeden Fall, nur wenige Termine zu haben.

 

*Kennt Ihr schon: Das große Gugelhupf-Backbuch, erschienen bei Naumann und Göbel in Köln. Meine Fundgrube.

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