Oh, lovely! London {Laubenhausmädchen verreist*}

Look right! – Look left! – Look where?? Manchmal wußte ich’s wirklich nicht: Wo sollte ich nun zuerst hingucken? Zum ersten Mal seit 20 Jahren war ich kürzlich wieder in London: und sofort ganz und gar verzaubert. Von der Atmosphäre der Stadt, vom Lichterglanz der Weihnachtsdekorationen und von allem echt Englischen, das uns in den drei kurzen Tagen begegnete. Das kleine tea cabinet im Hotelzimmer! Marmite zum Frühstück und Cadbury’s in der Einkaufstasche. Orangenmarmelade auf Toast. Zwei ordentliche Christmas Ale zur Begrüßung und Wham! in der Dauerschleife… Dafür gibt’s doch keinen besseren Ort als einen richtigen, echten, lauten Londonder Pub! Und jeder rote Doppeldecker, der auch nur entfernt vorbeifuhr, hat mein Herzchen springen lassen vor Freude. – Ich glaube, beim nächsten Besuch in der Stadt fahr‘ ich einfach mal einen ganzen Tag lang Bus. Laß‘ mich gemütlich durch die Gegend schaukeln, gucke aus dem Fenster und belausche die Leute. „I think she’s completely bonkers now!“ Klappere alle Parks und Gärten ab, im Sommer. Mit Picknick im Gepäck. Find‘ ich eine sehr gute Idee!

Teil 1_311

Palmen im Vorgarten. Spaziergang um Little Venice

Unser** Plan für dieses Mal: eine Tour durch das andere, weniger bekannte London. Ohne Big Ben, Tower Bridge und Changing of the Guards. Geht nicht, denkt Ihr? – Geht aber wohl! Wir starteten am Samstag vormittag nach dem Frühstück mit einer kleinen Wanderung entlang der alten Kanäle, die zur Zeit der Industrialisierung London mit den Arbeiterstädten in Mittelengland verbanden. In ungefähr 80 Stunden konnte man auf dem Wasserweg bis nach Birmingham gelangen, erzählte uns die Stadtführerin. Ganz schön langsam… Manches alte Schiff liegt an den Kanälen heute noch vor Anker, zum Hausboot oder zum Restaurantschiff umfunktioniert: tatsächlich eine günstige Alternative, mitten in der Stadt zu leben.

Teil 1_36Teil 1_37Teil 1_38Teil 1_39Teil 1_35

Im Winter stelle ich’s mir ehrlich gesagt ein bißchen ungemütlich vor. Aber um die kleinen grünen Oasen, die sie sich an Bord und an ihrem Liegeplatz geschaffen haben, beneide ich die Schiffsbewohner doch sehr! Wer kann schon von sich behaupten, einen eigenen kleinen Bootsgarten zu haben? Noch dazu mit Blick auf die Palmen in den Vorgärten der Villenbesitzer in der Nachbarschaft? Das möchte ich auch! (Da sieht der Schrebergarten zu Hause echt mal alt aus.) – Ersatzweise konnte ich immerhin ein Garten-Souvenir erstehen. Denn unser Weg führte  an einer kleinen, sehr feinen Gärtnerei mit Café inmitten der Häuser vorbei: an den Clifton Nurseries. Der Weihnachtsbaumverkauf war dort schon in vollem Gange… Zu groß! Übergepäck im Flugzeug. Aber ein Tütchen Sämereien für den Kräutergarten zu Hause, das ging. Für 1 Pfund 99 kaufte ich Kerbel-Samen, wie ich erst später erst herausfand. Chervil, das Wort hatte ich wohl vorher noch nie gehört!

I’ve got a feeling, a feeling I can’t hide {Oh yeah!}

Vom Wasser aus gelangten wir dann mit dem Bus zum berühmtesten Zebrastreifen der Stadt. In die Abbey Road! Seufz. Muß ich noch mehr erzählen? Als großer Fan der Beatles hat sich das Laubenhausmädchen ja an anderer Stelle auf diesem Blog längst geoutet… Paperback Writer und so, Ihr habt’s vielleicht gelesen?

Abbey Road

Fünfmal sind wir bestimmt in Reih und Glied über die Straße gehüpft und haben den Verkehr aufgehalten. (Wer ist denn auch so blöd und fährt da mit dem Auto? Ts.) Viel länger hätte man aber noch alle anderen Fans und Touristen beobachten können, wie sie den Übergang lahmgelegt haben. Das kommt wohl  nie aus der Mode. – Macht aber auch Spaß! (Ich so: Kraß. Mußte mich voll konzentrieren. Sieht man auf dem Foto***, oder?)

Crazy Town. Camden Market

Um die Mittagszeit landeten wir in Camden. (Mit der Untergrundbahn.) – Wie auf einem anderen Stern! Quirlig, bunt, laut. Voll! Und voll faszinierend. Innerhalb von 30 Minuten konnten wir eine kleine Weltreise unternehmen. Menschen aus aller Herren Länder trafen sich in den Straßen, und aus allen Weltgegenden wurde auf dem Streetfood-Markt am Camden Lock Essen angeboten. Die Gerüche, das Stimmengewirr und Gewusel… Irgendwann konnte ich bloß noch stehenbleiben und hingucken. Dann: Augen zu, nur mit der Nase rein!

Teil 1_310Teil 1_312Teil 1_313Teil 1_315

Stundenlang hätte das meinetwegen noch so gehen können. Wir wollten uns ja aber bloß kurz stärken und ein bißchen ausruhen. – Soweit man das kann, wenn plötzlich die Welt über einen hereinbricht. Ich fand’s toll! Und habe in Camden übrigens den besten Kaffee genossen: aus äthiopischen Bohnen, frisch geröstet und aufgebrüht. Der machte fit! (So kreislaufanregend, daß ich glatt kein Bild gemacht habe. Dafür seht Ihr hier im Anschnitt das Töpchen Mac & Cheese mit Bolognese-Sauce, Chili und Koriander, das ich für mich bestellte… So unglaublich lecker!!)

Blaue Stunde auf der Brick Lane. Streetart

Die vierte Station unserer City Tour erreichten wir dann fast schon in der Dämmerung. Wieder mit der Tube – „Mind the gap!“ –, von Camden Town bis Liverpool Street. Von dort aus erkundeten wir zu Fuß die Kopfsteinpflastergassen um den historischen Old Spitalfields Market und die Brick Lane. Die vielen, vielen Marktstände verlocken heute noch mit allem, was das Stöbererherz nur begehren mag. Und gestöbert: Das haben wir wohl ausgiebig. Nach Gebrauchtem und Neuem, nach Vintage, Kunst…Schmuck und Klamotten, kulinarischen Spezialitäten… Cupcakes!

brick lane5brick lane3brick lane7brick lane6brick lane10

Auf dem Weg zurück ins Hotel hängten wir dann ganz spontan noch ein fünftes Ziel an. War gar nicht vorgesehen: Oxford Street. Zur besten Einkaufszeit, oh my! Was für ein Rummel. Herrlich! Und so schön festlich. Das will ich Euch nun auch noch zeigen… Und verratet mir doch: Welches ist Euer liebstes Ziel in lovely London? Ganz besonders freut sich das Laubenhausmädchen, wenn Ihr ihm für seinen nächsten Besuch vielleicht einen guten Buchladen empfehlen könntet? – Dafür war nämlich leider gar keine Zeit. Noch nicht mal für Tee und Sandwiches… (Für’n Martini? – Allerdings. Shaken, not stirred. Zum Abschied am Abend.)

oxford2oxford1

 

*Ganz herzlichen Dank dem Flughafen Dortmund für die Einladung nach London und dieses spannende, interessante, kurzweilige Wochenende in der Stadt. Mir hat es ganz großen Spaß gemacht! – Und die Reise ab Dortmund kann ich tatsächlich nur empfehlen. Klein und sehr fein: Schnell ist man dort und noch schneller am Schalter, kommt sehr gut weg und auch wieder an. Einziges Hindernis, is‘ klar: die A40. Nach London fliegt man von dort keine Stunde. Und so bald habe ich noch bei keiner Flugreise mein Gepäck nach der Ankunft wieder in der Hand gehalten: geschätzte fünf Minuten vom Aussteigen aus dem Flugzeug bis zum Aufnehmen der Tasche am Band. Rekordverdächtig. (Und echt nicht gelogen.)

** Meine Reisebegleitung in London: vier Blogowskis! Vanessa von watt gibbet?, Kathy von hoflove, Kirsten von gelbkariert.de und Carmen von fabulatoria. Mädels, welche Stadt machen wir als nächstes unsicher?? Mit Euch geh‘ ich auf jeden Fall immer und total gern wieder auf Klassenfahrt!

*** Laubenhausmädchen auf dem Überweg – das Bild hat Carmen gemacht und mir erlaubt, es hier zu verwenden: lieben Dank dafür! Alle anderen Bilder sind von mir.

Advertisements

16 Gedanken zu „Oh, lovely! London {Laubenhausmädchen verreist*}

  1. Guter Buchladen ist ganz einfach, denn den hatte ich ja entdeckt während ihr gestöbert habt und über die Oxford Street flaniert seid ;o) Waterstones in der Gower Street. Der größte Buchladen meines Lebens. Aber ansonsten bin ich ziemlich sicher, dass wir zu kurz da waren. Wir haben gar nicht alles gesehen. Und dein bericht ist der Beweis. Fliegen wir nochmal hin?

    Liebe Grüße, Carmen

    • Also, wenn wir zu Waterstones gehen, müssen wir dafür aber mindestens einen halben Tag einplanen! 😉 Da komm‘ ich dann so schnell nicht wieder raus. Ein langes Wochenende reicht da nicht, bei allem, was ich mir schon ins Reiseprogramm geschrieben habe… Undbedingt fliegen wir wieder!
      Liebe Grüße zurück vom Laubenhausmädchen

  2. Pingback: #BlogowskiLondonJourney - London Underground - Fabulatoria

  3. Liebe Franziska,
    So ein wunderwundervoller Bericht! Ich würde auch jederzeit wieder mit euch eine Stadt unsicher machen. Danke für die wunderschönen Tage!!
    Liebste Grüße, Kathy

    • Na – danke für die wunderbare Reisebegleitung! ❤ Ich fand's auch so schön!! Und ich freu' mich total, daß mein Post Dir gefällt. Wir haben ja so viel gesehen!
      Liebe Grüße, und hoffentlich bis bald! Franziska

  4. Wow, was für ein toller Reisebericht!!! Und die schönen Fotos… da bekommt man wirklich sofort Lust, nach London zu fliegen :-)! Ganz liebe Grüße und Umarmung, Reili

  5. Was für ein super schöner Bericht! Ich wünschte, ich könnte so gut schreiben! Mit euch auf Klassenfahrt war einfach toll! Müsste man echt öfter machen!
    Liebe Grüße, Kirsten

    • Oh liebe Kirsten, da werde ich aber jetzt wirklich glatt rot. Vielen Dank! Dafür finde ich ja Deine Fotos von unserem Wochenende so schön!
      Liebe Weihnachtsgrüße vom Laubenhausmädchen

Hinterlaßt gern eine Nachricht für mich. Habt aber bitte etwas Geduld, wenn ich nicht gleich dazu komme, Eure Kommentare zu veröffentlichen oder zu beantworten.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s