Einzug im Tomatenhaus. {Nach den Eisheiligen im Gemüsebeet}

Die kalte Sophie macht alles hie, sagt eine alte Bauernregel. Die kalte Sophie kommt an Tag fünf der Eisheiligen, am 15. Mai. Frühchristliche Märtyrerin, Mutter dreier geweihter Jungfrauen (siehe hier) – und zumindest unter Gärtnern offenbar berüchtigt.

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Und dabei hatte ich doch meine Tomatenpflanzen – am Südfenster in der Wohnung – schon so lange gehegt und gepflegt, bis sie großgewachsen waren, stark genug und kräftig erschienen, den Umzug ins Freiland zu wagen… Als ich sie Pfingstsonntag auspflanzte, schien auch die Sonne. Ein wunderbarer Tag, ich dachte, jetzt kommt der Sommer. Und was kam – und blieb? Viel zu lange, wenn Ihr mich fragt: die Kälte. Und geregnet hat’s, die armen Pflanzen ließen die Köpfe hängen und machten einen ganz schlappen Eindruck. Dauernde Nässe vertragen Tomaten ja nicht sonderlich gut, selbst wenn sie in ihrem Häuschen doch recht geschützt stehen und ich jedes Jahr neue braunfäuleresistente Sorten aussuche. – Kleiner Exkurs: Braunfäule, eine fiese Pilzkrankheit, die Tomaten gern befällt, wenn sie zu naß stehen, bei Regenwetter und andauernder Feuchtigkeit. Die Blätter der Pflanze werden welk, die Früchte unter Umständen ganz matschig und ungenießbar. (Tip: Befallene Pflanzenteile immer direkt entfernen und nicht auf dem Kompost entsorgen, sondern in der Hausmülltonne, damit die Erreger sich nicht im Garten verbreiten können.)

Bei dem kalten Wetter im Mai habe ich versucht,  unsere Pflanzen mit ein bißchen selbst angesetztem Schachtelhalmextrakt zu stärken (Schachtelhalm haben wir im Überfluß im Garten). Und inzwischen haben sie sich, der Sonne der letzten Tage sei Dank, auch wirklich erholt.

Schon einige Wochen vor dem Pflanzen hatte ich im Beet eine großzügige Gabe Kompost eingearbeitet und das Unkraut vom Winter entfernt. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, mehr als vier, höchstens fünf Pflanzen passen nicht in unser Tomatenhäuschen. Ich mache es also immer so, daß ich sie in ihren Töpfchen erst noch mal zur Probe arrangiere und gucke, wie’s passen könnte. Die Tomaten werden ja bis zum Ende der Saison locker noch um das Doppelte wachsen (das hoffe ich)…

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Eine kleine Pflanzanleitung: Immer direkt einen langen Stab mit in die Erde stecken und neben der Pflanze, in Wurzelnähe, das Töpfchen, in dem sie vorher stand, mit eingraben. – Warum das? Um später in das Töpfchen zu gießen, mit Vorsicht, damit möglichst kein Gießwasser hochspritzt. Denn auch das kann, wenn es die Braunfäule anlockt, der Tomate schaden, habe ich gelernt. Aha! Die Wurzelballen am besten direkt vor dem Pflanzen noch einmal durchfeuchten und am Pflanzplatz gut andrücken. Beim Auffüllen mit Erde ein bißchen anhäufeln, Tomaten mögen’s warm am Fuß. Und: Aufbinden nicht vergessen.

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Inzwischen dünge ich jede Woche mit ein bißchen Flüssigdünger, der sich (praktisch!) mit dem Gießwasser ausbringen läßt. Da die Tomaten ja in der nächsten Zeit viel Blattmasse zulegen – also: wachsen – und vor allem viele Früchte bilden sollen, schadet es nicht, wenn sie regelmäßig Futter bekommen. Zur Stärkung der Pflanzen könnt Ihr auch das Tomatengrün ins Gießwasser geben und eine Weile durchziehen lassen, das ja ohnehin immer wieder anfällt: beim Ausgeizen, wenn die überflüssigen Seitentriebe aus den Blattachseln entfernt werden. (Eine Pflegemaßnahme, die verhindert, daß die Pflanze insgesamt zu dicht wächst – weniger Grün, bessere Durchlüftung = geringere Braunfäulegefahr. Klar, oder.)

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