Wir sagen Erbsen, ihr sagt Bohnen. {Nach den Eisheiligen im Gemüsebeet}

Pankratz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz. – Bitte sehr, bitte gern. Wenn’s nach mir geht! Die alten Bauernregeln haben doch ihren Charme. Dieser Tage scheint es mir zwar ein bißchen so, als hätten die drei Herren sich dauerhaft eingerichtet und würden gar nicht mehr gehen wollen, so schön finden sie’s bei uns. Eiseskälte, Regen… Egal! Muß ich wenigstens nicht gießen.

Und wie das Wetter auch wird, Mitte Mai – nach den Eisheiligen! – ist immer eine gute Zeit. Für Schrebergärtner allemal: heißersehnt der Tag, an dem ich endlich die Bohnen legen kann. Grüne Bohnen esse ich für mein Leben gern. Erstens. Und zweitens kommt mit den Bohnen tatsächlich jedes Jahr wieder das Glück (oder die Hoffnung, siehe oben), daß die kühle Jahreszeit endlich, endlich vorüber ist.

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In diesem Jahr habe ich drei verschiedene Sorten.

Die Purple Teepee ist eine einfache Buschbohne. Sie wächst recht ausladend, vielleicht 30–50 Zentimeter hoch und trägt dunkel lilafarbene Schoten, die erst bei der Zubereitung, wenn man sie ins kochende Wasser gibt, ihre Farbe zu einem satten Grün verändern. Das habe ich nun schon oft – im Topf – beobachtet und bin immer noch so fasziniert, da konnte ich auch dieses Jahr nicht widerstehen.

Die Bamberger Blaue ist eine Reiserbohne, sie wächst nur etwa einen Meter hoch. Ihre Kerne sind dunkelblau-bräunlich gesprenkelt und sehen wunderschön aus… Wie sie wohl schmecken? Ich bin gespannt. Die Blaue habe ich in diesem Jahr zum ersten Mal im Garten, eine alte fränkische Lokalsorte, die ich unbedingt, unbedingt säen wollte. Mußte! In Bamberg bin ich zur Uni gegangen, ich hab‘ Jahre in der Nähe der Gärtnerstadt gewohnt, und wenn das auch schon lange her ist – in mei’m Herzla bin ich doch halb noch dort. Was blieb mir da anderes übrig? (Im Potts is‘ schön, klar. Aber in Franken isses doch fast noch schöner.)

Und der Kaiser Friedrich? Man möchte fast meinen, es wär‘ eine alte preußische Sorte. Eine Stangenbohne mit fast kugelrunden blauen, bald lilafarbenen Kernen, ihre Schoten sind leuchtendrosa – eigentlich wohl beinahe pink. Die Pflanze wächst bis zwei Meter hoch. Und es ist tatsächlich eine alte Sorte, die damalige Sortenprüfungen wohl kaum überstand und lange aussortiert war. Gartenbohnen hatten gefälligst grün zu sein. (Versteht sich.) Ich konnte allerdings noch keine Jahreszahl herausfinden. – Wißt Ihr vielleicht, seit wann diese Sorte bekannt war? Ein bißchen neugierig bin ich ja schon. Und gebe zu: Ich hab‘ sie gerade der Farbe wegen ausgesucht.

Bohnen_1

Mal gucken – wenn der Anbau gelingt, werde ich vielleicht von allen drei Sorten einige Schoten trocknen und die Bohnenkerne fürs nächste Jahr als Saatgut behalten. Ein Tip für die Aussaat: Ich habe in Reihen Prunkwinde zwischen die Bohnen gesät, das wird, wenn die Pflanzen blühen, sehr schön aussehen. Und guttun soll’s ihnen auch.

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