Ein Tag im Garten. Das Gartenbloggertreffen bei Volmary*

Ja, das Wetter hätte besser sein können. Sicher. 15 °C und Dauer-Nieselregen. Ein Traum – so mitten im August. Das wißt Ihr inzwischen, oder? Gärtner reden immer erstmal übers Wetter. Darüber, daß die Dahlien so wenig blühen wollen dieses Jahr – was da wohl falsch gelaufen ist? – und daß die Himbeeren zumeist am Strauch vergehen. Daß aber den Tomaten wiederum der Regen gar nicht so sehr zugesetzt hat, anders als im letzten Sommer (die stehen ja auch sicher in ihrem Häuschen). Ach, ich habe mich direkt zu Hause gefühlt bei Volmary am Kaldenhof in Münster!

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Das Gartenbloggertreffen stand schon seit Monaten in meinem Kalender. Und wie ich mich freue, daß ich eingeladen war und dabei sein konnte! Das Laubenhausmädchen und seine bescheidene Hütte: so unter Profis… Hammer. Es war tatsächlich das erste bundesweite Treffen seiner Art – und was für ein gelungener Tag! (Wetter hin oder her.) Andere begeisterte Gärtner und Gartenblogger zu treffen, sich auszutauschen und einzutauchen in die Welt der Pflanzenzüchtung… Seine Versuchsgärten öffnet Volmary nicht sehr häufig für Privatpersonen. Und wir Blogger durften uns doch einen ganzen Tag dort tummeln! Das war aufregend. Und schön. Und inspirierend! – Sonnenhüte brauch‘ ich. Viel mehr Sonnenhüte. (Beide: Echinacea und Rudbeckia.) Und Zinnien. Und Mohne. Sonnenblumen – wieso habe ich eigentlich bei uns im Garten noch nie Sonnenblumen ausgesät? Kein Sommer ohne Sonnenblumen! Ach, und die Dahlien. Die hätte ich gleich mal alle auf einmal einpacken mögen. (Seufz.) Na, und das Gemüse erst, die Kräuter… Hhmmm! Wenn meine Salate mal so bilderbuchmäßig im Beet stehen würden, wäre ich echt glücklich, das kann ich Euch sagen. So schön!

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Das Gartenbloggertreffen bot ein straffes Programm. Den ganzen Tag über war was los – dabei hätt‘ ich mich ja allein damit beschäftigen können, zu fotografieren. So viel gab’s zu sehen und zu bewundern, ein einziges Blüten- und Blättermeer. Aber von vorn! Nach einer kleinen Begrüßungsrunde (mit Kaffee) starteten wir in den Tag mit einem unterhaltsamen Urban-Gardening-Vortrag, den der Kooperationspartner Emsa für uns vorbereitet hatte – denn beinahe wichtiger als die Wahl der passenden Pflanzen für den Balkon ist ja noch das Aussuchen der passenden Gefäße. Zu klein dürfen sie nicht sein, aber auch nicht zu schwer, im besten Fall flexibel, um sie auch in der Vertikale nutzen zu können. Und ein integriertes Bewässerungssystem wär‘ auch noch toll! (Wenn’s mal einen trockenen Sommer gibt.) Die Pflanztöpfe von Emsa für die nächste Saison bieten das alles, davon konnten wir uns überzeugen. Das nächste Event: Erdbeermarmelade kochen, Tomaten-Paprika-Chutney zubereiten. Das Laubenhausmädchen hat fleißig im Topfe gerührt! Und Zutaten geschnippelt.

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Zu den Früchten kamen jeweils frische Kräuter aus dem Volmary-Sortiment. Habt Ihr schonmal Erdbeermarmelade mit Basilikum probiert? Ich kannte das noch nicht, aber ich fand’s richtig, richtig lecker. Zum Probieren gab es sogar frisch gebackenes Brot, das war köstlich. Und wir durften uns jeder ein kleines Gläschen mitnehmen, als kleines Andenken. Und als Taschenwärmer, denn solange die Gläser noch heiß waren (frisch befüllt), konnte man in der Jackentasche daran perfekt die kalten Hände aufwärmen. Das war gegen Mittag auch fast schon nötig, als wir beim Gartenfräulein in einem Workshop lernten, wie man Samenkugeln rollt: die praktischen kleinen Seedbombs, mit denen Ihr Eure Nachbarschaft erblühen lassen könnt.

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Silvia hat uns gezeigt, wie das geht, aus je einem Teil Gartenerde, gekaufter Blumenerde sowie etwas Wasser und einer großzügigen Handvoll gemischter Blumensamen eine Art Teig zu kneten und Bällchen zu rollen: wie die Matsche früher im Sandkasten. (Oder wie Fleischklößchen.) Keine Angst vor Dreck unter den Fingernägeln, lautete das Motto. Nur das mit dem Trocknen der Kugeln, das muß ich jetzt noch hinkriegen. Eher kühl und möglichst dunkel, auf Küchenpapier oder auf dem Backofenrost, war der Profi-Tip, damit die Samen nicht direkt keimen – aber auch nicht zu feucht in der Erdenmischung sitzen und gammeln. Ob das wohl klappt, werde ich dann im nächsten Frühjahr sehen, wenn ich die Kugeln rausschmeiße… Denn einen Eierkarton voll Samenbällchen kriegten wir sogar mit.

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Nach der Mittagspause (eine Runde Aufwärmen für alle!) konnten wir bei einem ganz kurzweiligen Vortrag unser theoretisches Wissen über Fotografie – für den Blog, aber auch ganz allgemein – erweitern. Und es bot sich ja direkt Gelegenheit, das Gehörte in die Tat umzusetzen: bei der Motivfülle! Ich habe nach dem Vortrag noch die Gelegenheit genutzt und der anwesenden Floristin auf die Finger geschaut. So schön, was sie aus den Dahlienblüten gezaubert hat! Und eigentlich gar nicht so kompliziert. Das will ich mir merken. (Für später.)

Unter den Hits des Tages war aber der Rundgang über das Volmary-Gelände unter dem Motto „Smell, taste, feel“ mein absolutes Highlight. Riechen, schmecken, fühlen, unbekannte Pflanzen wie die Parakresse (Jambú) entdecken. Die prickelt einem im Mund wie Brausepulver und hinterläßt ein ganz seltsames, beinahe taubes Gefühl im Mund – also, wenn Ihr die mal zu fassen kriegt? Interessant! Aber irgendwie auch komisch. Da mochte ich die vielen Küchenkräuter schon sehr viel lieber, das rote Basilikum zum Beispiel oder das Colakraut, das nun wirklich nach der Brause duftet und auch so schmeckt (jedenfalls, wenn man die bekannten Weingummi-Colafläschchen als geschmackliche Referenz nimmt). Duftende Minze, Verbene und Melisse konnten wir in einem köstlichen gekühlten Tee probieren.

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Und wußtet Ihr, daß die Blüten von Strohblumen sich tatsächlich anfühlen wie Strohhalme auf dem Stoppelfeld im Spätsommer? Ich wußte das nicht, aber vermutlich heißen die Blumen deshalb so. Die Schokoladenblume hat – klar – wunderbar nach Kakao gerochen und der Duftsteinrich nach Honig, daß Winnie the Pooh seine reine Freude gehabt hätte. (Wieso duftet eigentlich das Steinkraut bei uns im Garten so wenig intensiv? Gemein.)

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Auf der Flucht  vor dem Wetter (steter Niesel!) landeten wir zum Schluß des Rundgangs noch im Tomatenhaus von Volmary. Das war eine Schau! So viel Pflanzen, und so viele unteschiedliche gefärbte, geformte und große Früchte. Ich hätt‘ mich reinlegen können. Und habe nebenbei noch das eine oder andere dazu gelernt. Was Blütenendfäule ist zum Beispiel – wenn die Früchte am Blütenansatz braune Flecken kriegen und ganz matschig werden. Meist ist das wohl ein Zeichen für eine Unterversorgung der Pflanzen mit Nährstoffen. Regelmäßig düngen und vor allem gießen kann helfen, aber essen kann man befallene Früchte eher nicht mehr. Immerhin sind aber die Pflanzen nicht völlig hin, wenn dieses Phänomen auftritt.

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Und als ob das nun alles noch nicht genug wäre, sind wir am Ende noch so reich bedacht worden mit allerlei Pflanzen und mit Pflanzkisten zum Selbstbegrünen, mit Pflanzgefäßen von Emsa… Das war so eine schöne Überraschung! Laubenhausmädchens Balkon konnte’s aber auch vertragen, das kann ich Euch sagen. Den habe ich nämlich sträflichst vernachlässigt, seit es den Garten gibt. Viel stand da nicht mehr drauf. Aber jetzt grünt und blüht es wieder vor der Balkontür. Schon echt gut, wenn man für ein paar Blättchen frische Petersilie, für Strauchbasilikum, Pilzkraut oder Ananas-Salbei nicht erst zehn Minuten in den Schrebergarten radeln muß. Lauter wunderbare Neuzugänge! Und ich freue mich aufs nächste Jahr, auf das zweite bundesweite Gartenbloggertreffen und darauf, die lieben Leute alle wiederzusehen und aufs neue einen Tag im Garten zu verbringen.

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Vielen Dank, Volmary und Emsa, für diesen wunderbaren Tag bei Euch und für die Einladung. Ihr seid die besten, echt! Arne, Stephan, Jessica, Julian, Dario, Monique – Danke! Danke für die Einladung und danke für die perfekte Organisation. (Hab‘ ich noch jemanden vergessen? Bestimmt.) Ich freu‘ mich jetzt schon auf nächstes Jahr und darauf, alle wiederzusehen.

 

*Guckt hier, um zu sehen, wer noch dabei war beim Gartenbloggertreffen: [klick] Und hier, um zu sehen, wie schön’s wirklich war am Kaldenhof, Julians wunderbares Video, das die Stimmung so gut wiedergibt: [klick]

Kopfgymnastik. Und ein Rezept {Laubenhausmädchens Kräutergarten}

Wer mich kennt, weiß: Zahlen sind mir ein Graus. Rechnen fand ich schon in der Grundschule doof. (Buchstaben hingegen – Buchstaben waren schon damals meine Freunde!) Wie ich durch den Matheunterricht gekommen bin? Sicher nicht sonderlich gut, fragt meine Lehrer. So durchgemogelt hab‘ ich mich, meistens. Und gelegentlich denke ich heute noch, hättest du mal besser aufgepaßt. Letzten Sonntag zum Beispiel. Backen wollte ich, und war vom Rezept* kurzzeitig voll aus der Fassung gebracht. Nicht nur, daß ich zum ersten Mal den Versuch machen wollte, in der gußeisernen Form – mit anderen Worten: im Bräter – zu backen: ein cornbread, Maisbrot mit Honig und Thymian – frisch aus meinem Kräutergarten! Juchhu! Das allein war ja schon aufregend genug. Aber. Dann mußte ich auch noch [quiek!]…rechnen… Zutaten kalkulieren jedenfalls.

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Sommerfest im Schrebergarten. Mit Rezept {#Blogowskisonfire}

Den Sommer feiern in der Winterjacke? Beinahe hatten wir’s befürchtet. Es wurde ja dann sehr heiß. Sehr. Also, total. Aber während wir noch dabei waren, unser Sommerfest zu planen (im Juni), konnten wir das nun wirklich nicht ahnen… Und so war’s gut, daß wir vor zwei Wochen auf der überdachten Terrasse unseres Kleingartenvereins feiern konnten. Denn feiern muß man – das Leben, den Sommer (die Regenzeit!), das Bloggen. Und die Bloggerfreundschaft. Ihr ahnt, wer „wir“ sind? Ja, die Blogowskis, die „pottschen Blogdamen“… Richtig. Hab‘ ich Euch schon erzählt. Wir treffen und mögen uns auch im wahren Leben, der regelmäßige Freitagsstammtisch ist Programm. Und die Sommeredition fand nun schon zum zweiten Mal im Garten statt, beim Laubenhausmädchen und dem Freund, quasi. (Im nächsten Jahr tauschen wir die Vereinsterrasse wieder gegen die Wiese unter unserem Kirschbaum. Behaupte ich.)

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Meine Suppe eß‘ ich doch! Spicy Corn Chowder

Suppe nur im Winter? Nö. Find‘ ich nicht. Ich bin ein echter Suppenkasper. Und es gibt Situationen, da baut mich beinahe nichts besser wieder auf als eine Schale dampfend heißer Eintopf. Doch, eine Tasse schwarzer Tee vielleicht. Aber ob nun Winter ist, Sommer oder so ein Fahrstuhlwetter wie zur Zeit… Das ist mir dann grad‘ egal. – Juli über Bochum, wenn Ihr’s wissen wollt: immer noch so lala. Die Kleingärtnerin und das Wetter! (Diesen Sonntag: ausnahmsweise Liegestuhl. Unter dem großen Kirschbaum. Das war ein echtes Fest!)

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Zu Besuch in Monticello. Bei andern übern Zaun geguckt {Laubenhausmädchen verreist}

Draußen? immer noch grau. Wettervorhersage? Bescheiden. Längst hohe Zeit, daß ich Euch noch mal mitnehme über den großen Teich und von meiner Reise erzähle. Kommt Ihr mit? – Ich habe nämlich einen neuen Lieblingsort entdeckt. Echt!

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Kekse! {Achtung: Erdnußbutter-Content}

Souvenirs, die ich essen kann, sind mir die liebsten. Kennt Ihr das auch? So oft möchte ich mir alle Taschen vollstopfen mit den leckersten Sachen! Wenn ich schon nach Hause fahren soll…versüßt der Geschmack von Urlaub auf dem Teller doch das Ankommen. Fast kann ich dann so tun, als wäre ich noch gar nicht wieder da, als hätte mich der Alltag noch nicht wieder getroffen. – Und das ging echt fix diesmal, so schnell konnte ich gar nicht gucken. (Seufz.)

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