Nachgefeiert {Bloggeburtstag}

D R E I Jahre ist das Laubenhausmädchen jetzt schon alt. Drei Jahre! Das kommt mir gar nicht so vor. Und ich hatte so viel zu tun in den letzten Wochen, daß ich beinahe ganz darüber hin gekommen wäre. Den Geburtstag vergessen! – Geht gar nicht. Deshalb feiern wir nach. Jetzt. Bitte sehr, es gibt Kuchen. Portugiesischen Olivenölkuchen, frisch gebacken, saftig-süß und köstlich mit viel Zimt und Gewürzen. Dazu serviere ich einen starken Kaffee, ungefähr von der Sorte, wie sie mir im Urlaub in Portugal im letzten Herbst gelegentlich die Schuh‘ ausgezogen haben, bis ich mich daran gewöhnt hatte. (Zwei Wochen später dachte ich, ohne kann ich auf gar keinen Fall auskommen. Nicht ohne den guten Kaffee, aber auch nicht ohne die Sonne und das Licht und die freundlichen Menschen.)

Ein bißchen war’s wohl wie das verflixte dritte Jahr, dieses vergangene Blogjahr. Es hat mir viele tolle Begegnungen [hier], neue liebgewonnene Bekanntschaften [hier] und lustige Momente [hier] beschert. Ich habe gelernt: Blogparaden machen Arbeit – bringen aber auch sehr viel Spaß. Und Gelegenheit, Leckerstes zu kochen, wenn eine kleine Rezeptesammlung dabei herumkommt wie bei Laubenhausmädchens erster Blogparade [hier]. Oder, in guten Gartenbüchern zu schmökern [hier]. Das war die Idee der lieben Caro von Hauptstadtgarten, und ich freue mich immer noch, daß ich im letzten November bei ihrer Blogparade dabei sein durfte.

 

Renner der Saison: die Zinnien. Einmal ausgesät, nie drum gekümmert. Perfekt!

Penner der Saison: der Rosenkohl. Fing gut an, brachte am Ende kein eimziges Röschen.

Neuzugang der Saison: die prächtige Gartenhortensie ‚Magical Colour Four Seasons‘

 

Ich habe aber auch gelernt: Wenn Blog und Wirklichkeit aufeinandertreffen, ist das manchmal gar nicht so leicht. Dann stapeln sich die Ideen für neue Beiträge, versacken sehr viele Bilder auf der externen Festplatte und schlummert so mancher Textentwurf vor sich hin, weil mir einfach die Energie (oder die Zeit – oder beides) fehlt, Blogbeiträge ordentlich auszuarbeiten. Und halbgare Sachen kann ich schon in der Küche nicht leiden! Aber ich versuche, solche Phasen zu akzeptieren. Das ist wie mit dem Wetter und dem Gärtnern. Oder den Schnecken und dem Gärtnern. Auf Regen folgt Sonne, und die blöden Viecher nagen auch nicht immer gleich alles an, was nicht niet- und nagelfest ist. – Vieles, aber nicht alles … Manchmal braucht man eben einfach ein bißchen Gelassenheit. (So wie beim Warten auf den Frühling.) Nachdenkliche Töne! Aber keine Sorge: Wenn ich auch manchmal mit meinem Alltag hadere, die Hütte bleibt offen. Laubenhausmädchens Laube, meine ich. Die bleibt offen. Ich erzähl‘ Euch weiterhin, was im Garten so passiert, und reiche ab und an was Süßes durchs Fenster raus. Das macht mir doch einfach zu viel Spaß!

Wer allerdings bis Ostern noch fastet und vorhat, diese Zeit ja nicht zu unterbrechen, der sollte vielleicht jetzt nicht direkt weiterlesen. (Oder sich das Rezept für später vormerken.) Sparsam ist nämlich was anderes, bei insgesamt acht (!) Eiern und 400 Gramm Zucker. Diät geht anders! Aber hey, es ist doch schließlich Geburtstag. Außerdem habe ich gelernt, in Portugal muß das so. Viel Zucker und noch mehr Ei. Eigelb vor allem. Zucker kam in früheren Zeiten in großen Mengen aus den Kolonien und war deshalb auch nicht sehr teuer. Das übriggebliebene Eiweiß wiederum nutzen die Nonnen in den zahlreichen Klöstern des Landes – die als die Erfinderinnen vieler (vielleicht sogar der meisten) portugiesischen Nachspeisen gelten – der Legende nach, um damit ihre Hauben und Kleider zu stärken*. Beinahe eine klassische Win-Win-Situation! Möchte man meinen.

Aber – zum Rezept! Ihr braucht also 8 Eier, Salz, 400 gr Zucker, 1/4 l mildes Olivenöl, 250 gr Mehl, 1/2 Päckchen Backpulver, 1 Tl gemahlene oder noch besser frisch gemörserte Fenchelsamen, 1/2 Tl Zimt, die abgeriebene Schale einer Zitrone, Butter und Mehl für die Backform.

Backzeit ca. 25–35 Minuten bei 200 °C. Ofen vorheizen!

Und so geht’s:

1. Die Eier trennen und das Eiweiß mit einer Prise Salz zu sehr steifem Schnee schlagen. Beiseite stellen.

2. In einer zweiten Schüssel die Eigelbe mit dem Zucker schaumig rühren, das Olivenöl zugeben und weiter rühren. Mehl und Backpulver zur Ei-Zucker-Mischung geben (einsieben!), die Hälfte des Eischnees unterheben und alle Zutaten sehr gut vermischen.

3. Gewürze und Zitronenabrieb einrühren. Anschließend den übrigen Eischnee vorsichtig unterheben.

4. Eine rechteckige Back- oder Auflaufform (etwa vom Format 35 x 24 cm) buttern und mehlen, den Teig in die Form einfüllen.

5. Den Kuchen max. 35 Minuten backen lassen – und auf keinen Fall zu lange, da er sonst seine Saftigkeit verliert. Also: am besten nach 20 Minuten schon die erste Hölzchenprobe machen und dann dran bleiben. Wenn beim Herausziehen des Zahnstochers (nehm‘ ich immer!) kein Teig mehr daran klebt, ist der Kuchen fertig. (Gegebenenfalls mit etwas Backpapier abdecken, damit er nicht zu braun wird.)

Als ich den Olivenölkuchen das erste mal buk, dachte ich, das ist doch eigentlich mehr Soufflé als Kuchen. Ging jedenfalls im Ofen wunderbar auf! Und hat auch herrlichst geschmeckt. Olivenöl und süß, das paßt wirklich gut zusammen, wie ich finde. Jetzt wünsch‘ ich aber erstmal guten Appetit – und freue mich sehr, wenn Ihr weiterhin alle meine Leser bleibt! Mal gucken, was das vierte Jahr so bringt, ich bin gespannt. (Und werde berichten.)

 

*So steht es jedenfalls in Alexandra Klobouks und Rita Cortes Valente de Oliveiras wunderbarem Kochbuch „Die portugiesische Küche“, erschienen im Kunstmann Verlag, 3. Auflage 2016. Ich bekam’s zu Weihnachten geschenkt und benutze seitdem (jedenfalls im Moment) fast kein anderes Kochbuch.

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Stachelige Gurken {Reiseerinnerung}

Falls Ihr Euch fragt, ob das Laubenhausmädchen vielleicht eingefroren ist? – Ja, das bin ich. Gefühlt. Jedenfalls erwache ich nur ganz vorsichtig aus meiner Winterstarre. Ist einfach nicht meine Jahreszeit, diese Zeit! (Ungefähr von November bis März?) Die ersten Wochen des neuen Jahres waren obendrein super arbeitsreich, das hat mich einen Haufen Energie gekostet. Und so naß und verregnet und kalt! Daß im Garten nach wie vor alles brachliegt und ich zugebenermaßen noch keinen Handschlag getan habe. Der Matsch muß jetzt erstmal gründlich abtrocknen … und ich die Zeit finden, mich in Ruhe mit der Beetplanung für diese Saison zu befassen. Die kam nämlich bislang auch viel zu kurz. (Bin spät dran dieses Jahr, ich weiß. Aber: siehe oben! Kopf voll, Batterie beinahe leer.) In der Hoffnung, damit der Schneckenplage im Gemüsebeet Herr zu werden, will ich zum Beispiel vor der Aussaat ganz gern Einfassungen aus Holz auf die Erde stellen. Wenn – falls! – auch das nichts daran ändert, daß die blöden Viecher den Salat abnagen, bringt es vielleicht wenigstens etwas mehr Struktur und Ordnung ins Beet. Und das kann ja nie schaden! Zweiter Vorteil: Wir können mit Erde und Sand auffüllen, dann wird’s vielleicht auch mal was mit der Möhrenernte. Ausgerechnet im Gemüsebeet ist die Erde bei uns im Garten nämlich so lehmig und schwer, daß die bislang meist eher nicht so von Erfolg gekrönt war. Dabei sind Möhren aus eigener Ernte doch das Köstlichste! Apropos Schnecken, in einem Gartenratgeber las ich, daß Tagetes als sogenannte Schneckenlockpflanzen gelten und daß man sie pflanzen kann, um die Tiere von ihren eigentlichen Zielen im Beet ab-, also quasi direkt darauf umzulenken? Vom Salat und den Radieschen weg und voll hin zur Tagetesblüte. Die sie dann ja meinetwegen sehr gern abrasieren können. Habt Ihr das schon mal ausprobiert? Ich meine, funktioniert das wohl? – Nach den Erfahrungen der letzten Jahre bin ich ja wild entschlossen, alles auszuprobieren, was Hilfe verspricht.

Um den inneren Auftauprozeß zu beschleunigen, hab‘ ich aber jetzt erst nochmal was völlig anderes für uns. Sonne nämlich! Herrlich warme Spätsommersonne noch dazu. Aus dem letzten Jahr bis hier herübergerettet in Form von eingelegten Gurken. Eingelegte Gurken? Im Winter? Ist doch gar keine Einmachzeit! Das macht mir nichts, sag‘ ich da, denn Rezepte kann man ja schließlich das ganze Jahr über horten, oder? Ich mach‘ Euch alle noch zu Eichhörnchen! Und hab‘ ein Rezept für Euch – nein, eigentlich sogar zwei! –, um die Vorfreude auf die kommende Saison und die nächste Ernte zu steigern. Motivation! Kann ich gerade selbst am meisten gebrauchen.

Noch dazu waren das auch keine stinknormalen Gurken, die da in dieser Holzkiste wuchsen. Sondern Minigurken. Echte Minigurken, mit Stacheln dran! – Westindische Gurken, um genau zu sein, auch Anguriagurken genannt (lateinisch cucumis anguaria). Ursprünglich kommt die Pflanze aus Afrika, wird aber heute auch in der neuen Welt kultiviert und roh oder gekocht als Gemüse verzehrt sowie als Einmachfrucht verwendet. Geschmacklich ist sie unserer Salatgurke sehr ähnlich, sieht aber ja nun mal völlig anders aus. Die Früchte werden fast ballförmig und können mehr oder weniger lange Stacheln aufweisen, das sieht ganz lustig aus. (Ich gestehe: einfach so reinzubeißen hab‘ ich mich trotzdem erst mal nicht getraut.) Begegnet sind die Stachelgurken mir das erste mal 2016, als ich in den USA unterwegs war und auf meiner Fahrt durch Virginia einen Abstecher nach Monticello machte, Thomas Jeffersons Landsitz mit Gärten in der Nähe von Charlottesville. Lieblingsort! Davon hab‘ ich Euch auch schon mehrfach vorgeschwärmt, glaube ich…

Gurken für die Gastfreundschaft.

Die kuriosen Gurken spielten die Hauptrolle in einer kleinen Anekdote, von der man dort erfuhr, nämlich daß auf dem Tresen in der Küche als Zeichen der Gastfreundlichkeit immer ein großes Glas pickled West Indian gherkins bereitstand, um Besuchern eine erfrischende Kleinigkeit als Snack servieren zu können. Eingelegte Gurken für die Gastfreundschaft! Das fand ich so großartig, das wollte ich auch. Unbedingt! Und glücklicherweise gab es das Saatgut auch zu kaufen. Nur ging der erste Versuch, die Gurken bei uns im Garten gedeihen zu lassen, direkt schief: Nach meiner Rückkehr im Juni war ich mit der Aussaat einfach zu spät dran und es kamen zwar kleine Pflanzen zum Vorschein, aber keine Blüten und auch keine Früchte. Also mußte ich ja 2017 einen zweiten Versuch starten – Ehrensache. Unter dem feuchten Wetter, das wir letztes Jahr so lange hatten, haben die Pflanzen diesmal ganz schön gelitten und länger gebraucht, bis sie sich entwickelten. Für ein ganzes Faß hat die Ernte dann auch nicht gereicht, aber ich konnte am Ende drei Handvoll Früchte pflücken. Yay!

Und so habe ich die kleinen Gurken verarbeitet:

Zuerst habe ich aus 500 ml Weißweinessig, 250 ml Wasser, 3 El Zucker, einer Handvoll Salz, 2 Tl Senfkörner und einigen Pfeffer- und Pimentkörnern (ganz) einen einfachen Sud gekocht.

Laut Rezept* sollte der Sud vor der Weiterverarbeitung erst abkühlen. Bis dahin konnte ich die Gurken putzen und halbieren und als weitere Zutat noch einige Perlzwiebeln schälen. (Sechs Stück vielleicht? Wer’s zwiebeliger mag, nimmt einfach noch ein paar mehr.) Beides, Gurke und Zwiebel, habe ich dann dicht an dicht in zwei sauber gespülte Schraubdeckelgläser geschichtet und diese zuletzt bis unter den Rand mit dem erkalteten Sud gefüllt.

Zum Einkochen kamen die fest verschlossenen Gläser dann in einen großen Topf mit Wasser. Man legt zuunterst ein kochfestes Tuch in den Topf (jedenfalls, wenn man wie ich kein passendes Einkochgitter hat, auf das man die Gläser stellen kann), erst dann wird mit Wasser aufgefüllt: ungefähr so, daß es ihnen bis zur Hälfte reicht. Dann – Deckel drauf, Herd an, 15 bis 20 Minuten blubbernd kochen lassen. So hatte ich das tatsächlich vorher noch nie gemacht und war recht skeptisch … Aber siehe da, es funktionierte!

Das war Anfang September. Probiert habe ich aber neulich erst und aus lauter Neugier doch mal eines der Gläser aufgemacht. (Kennt Ihr das? Bei den selbst eingekochen Sachen denke ich oft, oh, das muß ich doch aber noch aufheben! Das ist doch viel zu schade, ums jetzt schon zu verbrauchen! Und dabei bleibt es dann meist eine ganze Weile.) Und zur Feier des Tages gab’s sogar  frisch selbstgebackenes Brot dazu. – Brot back‘ ich sonst eigentlich nie. Die Gurken aus eigener Ernte zu gekauftem zu essen, das erschien mir dann allerdings doch zu einfach! Irgendwie war’s ja ein besonderer Anlaß, fand ich. Und Roggenmehl hatte ich noch mehr als genug im Vorrat.

Würdige Unterlage. Roggenbrot, selbstgebacken

Für ein mittelgroßes Brot braucht Ihr** 500 gr Mehl, 1/2 Würfel frische Hefe, Salz (ca. 1 1/2 Tl), 2 El Zucker, 250 ml lauwarmes Wasser und, wenn Ihr mögt, 2–3 Handvoll gemischte Kerne.

Backzeit: 40 bis 45 Minuten, den Ofen auf 200 °C vorheizen.

Und so wird’s was, Schritt für Schritt:

1. Unter Rühren die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen.

2. Das Mehl in eine große Schüssel geben. Die Hefe-Wasser-Mixtur mit Salz und Zucker zugeben und alles kräftig kneten – zuerst mit den Knethaken des Rührgeräts und dann mit den Händen. Oder gleich ganz mit den Händen. Hauptsache: 10 Minten ordentlich kneten. An dieser Stelle kommen schon die Kerne ins Spiel, wenn man mag.

3. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort etwa 45 Minuten gehen lassen.

4. Anschließend noch einmal (kurz) durchkneten und den Teig dann zu einem Laib formen. Mit einem Messer einschneiden und wieder zugedeckt gehen lassen, diesmal für etwa 20 Minuten.

5. Das Brot auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und ca. eine Dreiviertelstunde backen. Der Klopftest zeigt, ob’s fertig gebacken ist: Wenn man von unten auf das Brot klopft und es klingt hohl, ist es fertig, habe ich gelernt. Stimmt auch!

Wer mag, kann eine kleine feuerfeste Schale mit Wasser mit in den Ofen stellen, der Wasserdampf erhöht die Knusprigkeit der Kruste.

Daß ich mit Hefeteig so ein bißchen auf Kriegsfuß stehe, hat sich wohl auch bei dieser Gelegenheit wieder erwiesen – so ganz perfekt aufgegangen ist das Brot nämlich am Ende nicht. Aber ich habe mir sagen lassen, das kann wohl auch am Roggenmehl liegen … Macht nichts: Köstlich fand ich’s allemal und die Gurken waren’s auch wert. Am liebsten eß‘ ich die übrigens auf Frischkäse, wie Ihr sehen könnt. (Es sei denn, es handelte sich um ein original englisches cucumber sandwich – aber das ist eine ganz andere Geschichte!)

Und wie startet Ihr in den Frühling?

 

*Originalrezepte [hier] **und [hier].

Ein großes Dankeschön! Und ein Rezept {#ausmeinemgarten}

2018. Neues Jahr, neues Gartenglück! Und hohe Zeit, endlich einmal ordentlich Danke zu sagen. Bei Euch, meinen Lesern, müsst‘ ich mich ja eh ständig bedanken, daß Ihr dem Laubenhausmädchen immer noch folgt und mich bei meinen Blogabenteuern begleitet, obwohl ich mich ja doch manchmal auch ziemlich rar mache und wochenlang in meiner Hütte verschwinde. – Das Leben und so! Ihr kennt das selbst … Aber halt! (Vernehmlichst quietschende Bremsen.) Ist das neue Jahr nicht viel zu jung, um direkt in solche Gedanken zu verfallen? Etwa melancholisch zu werden? Oh nein, das werden wir nicht. Ganz und gar nicht. Ich will heute das winterliche Grau um uns herum gegen sommerliche Leichtigkeit tauschen und mich endlich mal ganz herzlich bei allen bedanken, die in der vergangenen Gartensaison so wunderbare Rezepte gesammelt haben, die geerntet und gekocht und Ihre Gartenfreuden mit uns allen geteilt haben. Laubenhausmädchens erste Blogparade war das nämlich, und die ganze Aktion hat mir so einen Spaß gemacht! Ich beende sie jetzt – aber nicht ohne dies hier:

 

Ein knalliges Tomatenherz für Euch. Aus meinem Garten! Und ein großes Dankeschön.

 

Tataa! Ja, sehr wohl, Ihr seid gemeint: Fee, Haydee, Mona, Eva und Philipp, Claudia, die Beetschwestern, Caro und Nike.

DANKE! Herzlichen Dank. Es war mir ein Fest. Und ich werde noch ein ganzes Weilchen damit beschäftigt sein, die Rezepte alle nachzukochen. (Versprochen.)

Fürs erste stelle ich mir vor, wie wir alle zusammen in meinem Garten auf der Terrasse um einen großen Tisch herum sitzen und uns Geschichten erzählen, wie wir gemeinsam essen, ’n Schluck guten Wein trinken und uns genau darüber freuen. Bißchen kitschig so? Och, vielleicht. Dabei war ich ja bei den Lampions und der Blumendeko und dem Kerzenschein noch gar nicht angekommen … Ach, Sommer! (Du fehlst mir ja schon. Ein ganz klein wenig. Sehr.)

Was es gibt? Caldo Verde. Eine portugiesische Suppenspezialität aus dem Norden des Landes. Die „grüne Brühe“ ist eine Kartoffelsuppe mit hauchfein geschnittenem Kohl. Wir probierten sie, als wir im Herbst ein paar Tage in Porto verbrachten, und was soll ich sagen: Ich fand diese Suppe wirklich sehr lecker. Die Kombination aus würzig und Grün schmeckte ganz wunderbar; daß es draußen noch sehr warm war (Mitte Oktober, bald 30 °C), machte überhaupt nichts. In Portugal gehört ohnehin ein Teller Suppe, die den Bauch wärmt, zu jedem Essen, wie wir später lernten. Ist das nicht schön? Den Bauch wärmen! Ich finde das großartig. Die Caldo Verde wird das ganze Jahr über gegessen, so wie der Kohl, der zu ihrer Zubereitung gebraucht wird, auch das ganze Jahr über angebaut wird. Der Couve Galega ist eine besondere Sorte Kohl, der – ich kann’s bezeugen – in Portugal noch in jedem kargen Vorgarten wächst und richtig hoch werden kann. Die großen Blätter werden sehr, sehr dünn geschnitten und dann roh zu den weichgekochten Kartoffeln in die Suppe gegeben. In der Markthalle in Porto haben wir die Schneidemaschinen gesehen, die eigens für diese Aufgabe (die großen Kohlblätter zu schreddern) in der Welt sind. Das ist ein Schauspiel! In Deutschland wächst dieser Kohl natürlich nicht, oder jedenfalls kann man ihn hier bei uns nicht kaufen. Vermutlich wär’s ihm auch zu naß. (Kleiner Seitenhieb aufs aktuelle Januarwetter …) In vielen Rezepten für die Caldo Verde steht aber, ersatzweise ließe sich Wirsing, Grünkohl oder Schwarzkohl verwenden. – Schwarzkohl, dachte sich das Laubenhausmädchen und frohlockte! Schwarzkohl hab‘ ich doch noch im Gemüsebeet stehen, wie schön. Das ist doch perfekt für ein kleines Dankeschön-Rezept für die Blogparade. #ausmeinemgarten

Tja! Da hatte ich wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Mindestens mal ohne diese hundsfrechen Raupen, die sich wacker in der Jahreszeit geirrt und die Blattrispen meines Schwarzkohls so fleißig abgenagt und ordentlich durchlöchert haben, während ich mich noch in trügerischer Sicherheit (und eine reiche Ernte auch schon eingetütet!) wähnte. Erste Lektion des Jahres: im Garten ist gar nichts sicher. (Wann lernt das Laubenhausmädchen das wohl?) Zweite Lektion: Aber es ist immer gut, wenn man noch eins in Reserve hat. Oder zwei. Einen Teil, genauer gesagt zwei der im Sommer vorgezogenen Schwarzkohlpflänzchen hatte ich nämlich auf dem Balkon in eine der beiden Pflanzkisten gesetzt. Haha! Als ob ich’s geahnt hätte. Den Raupen ein Schnippchen geschlagen! (Findige Gärtnerin.) Ich konnte zwar nur eine kleine Menge ernten und musste doch mit Wirsing vom Markt aufstocken, aber immerhin. Es ist noch was draus geworden und ich kann Euch die Caldo Verde servieren. – Und wenn wir die gemeinsam genossen haben, können wir gerne noch ein paar Sardinen auf den Grill legen und dazu Weißbrot in gutes Olivenöl tunken, grünen Salat mit Schalotten und Ananas essen und Oliven dazu. (Nachtisch ist eh klar, denn ich meine, wer kann schon ohne die fantastischen Pastel de Nata leben? Also: ich nicht.) Was haltet Ihr davon? Ich freue mich jedenfalls, dass Ihr meine Gäste seid. Jetzt stoßen wir aber erstmal gemeinsam an. Ein Toast auf die neue Gartensaison und auf alle Abenteuer und Sonnenstrahlen, die sie bringen wird!

Jetzt: das Rezept. Für vier Personen als Vorspeise – 0der für zwei als herzerwärmendes Hauptgericht.
Ihr braucht: 1 kleine Zwiebel (weiß), 1 bis 3 Zehen Knoblauch nach Geschmack, 1–2 Lorbeerblatt, 400 gr mehlig kochende Kartoffeln, 250 gr Kohlgemüse, in feine Streifen geschnitten, Salz und Pfeffer, 4 El Olivenöl. 1 l Wasser.

Wer mag, würzt außerdem mit etwas Muskatnuß.

In der nicht-vegetarischen Variante wird diese Suppe in Portugal mit Chouriço gegessen. Das portugiesische Original dieser meist etwas scharfen oder zumindest pikanten Paprika-Wurst ist zumindest hier bei uns im Ruhrgebiet nicht so leicht zu bekommen (ich wüßte jedenfalls nicht, wo – außer vielleicht online beim entsprechenden Delikatessenversender). Die spanische Chorizo begegnet einem ja dagegen schon häufiger mal auch im normalen Supermarkt. Wer mag, nimmt gern einige Scheiben davon mit auf die Zutatenliste.

Und so geht’s:

1. Zwiebel und Knoblauch abziehen, die Zwiebel fein würfeln in den Knoblauch in sehr dünne Scheiben teilen. Die Kartoffeln schälen und ebenfalls würfeln. Von den Kohlblättern die Blattrippen entfernen, das Grün so fest wie eben möglich zu einer „Zigarre“ aufrollen und mit einem scharfen Messer in hauchfeine Streifen schneiden.

2. In einem Suppentopf 1 El Olivenöl erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin glasig dünsten. Kartoffeln und Lorbeerblatt in den Topf geben und einen kurzen Moment mitdünsten lassen.

3. Mit dem Wasser aufgießen und etwa eine Viertelstunde bei mittlerer Hitze (höchtens) köcheln lassen.

4. Wenn die Kartoffeln weich sind, mit dem Kartoffelstampfer zermusen oder kurz mit dem Stabmixer pürieren. Traditionell hat die Caldo Verde, anders als unsere Kartoffelsuppen, eher eine dünnflüssige Konsistenz.

5. Wieder aufkochen lassen und sobald die Suppe kocht, den in feine Streifen geschnittenen Kohl hinzugeben. Wieder 15 Minuten weiter köcheln lassen, bis der Kohl weich ist. – An dieser Stelle kann die Chorizo in den Topf wandern: aber nur kurz, für etwa zwei Minten wird die Wurst mit angewärmt. Man nimmt sie dann wieder heraus und legt die Scheiben vor dem Servieren zuunterst in die Suppenteller ein.

6. Zuletzt etwas Olivenöl einrühren und mit Salz und Pfeffer, eventuell einer Prise Muskatnuß, abschmecken.

Bom apetite! Guten Appetit. – Verratet Ihr mir noch Eure liebsten Suppenrezepte?

Der Grinch in mir oder warum ich einen Stollen-Guglhupf buk {Rezeptesammlung}

Ehrlich gesagt: Es ist jedes Jahr das gleiche. Mit Weihnachten steh‘ ich auf Kriegsfuß. E-Mails an die wöchentliche Kochrunde mit Freunden, in der ausgiebig die Idee verhandelt wird, gemeinsam einen Gänsebraten mit Rotkohlgemüse und Klößen zuzubereiten, unterschreibe ich mit Grinchziska. Die Dahlien im Garten haben schließlich im November noch geblüht! Nicht mehr allzu üppig zwar, aber es waren doch noch einige Knospen dran. Da ist es meiner Meinung nach viel zu viel zu früh für diese Art Festtagsessen … Überhaupt hing ich ja im Garten total hinterher. Die Himbeersträucher habe ich vor vierzehn Tagen erst eingekürzt, wochenlang war das Laub auf dem Rasen nicht aufgesammelt und die Geranien standen auch noch lange draußen. – Mit anderen Worten: Weihnachten kann mir gut und gern gestohlen bleiben! In den letzten Jahren habe ich ja die Theorie entwickelt, daß ich alle diese Arbeiten nicht nur deshalb so lange wie möglich vor mir herschiebe, weil das Wetter oft so schlecht ist und ich dann auf eine Regenpause am Wochenende warte. Ich glaube, ich möchte einfach nicht, daß die Gartensaison überhaupt endet. Daß es draußen dunkel und kalt und naß ist und daß die Tage zu kurz sind, um sich lange im Garten aufzuhalten. Nein, das möchte ich wirklich nicht!

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Und, was liest Du grad‘ so? {#gartenbuchblogparade}

Wenn’s im Garten langsam ruhiger wird und weniger zu tun ist, fängt für uns Kleingärtner ja wieder die Lesezeit an. – Echt jetzt! Wir lesen noch Bücher! Kein Witz. Um die neue Saison vorzuplanen und die begehrten Plätze im Gemüsebeet sinnvoll neu zu vergeben zum Beispiel, oder um das ein oder andere noch mal nachzulesen. Manchmal klappt ja doch nicht alles so, wie man sich das vorstellt. (Das kann ich bezeugen! Aus der heißersehnten Rosenkohlernte wird nämlich leider nichts dieses Jahr. Was auch immer da schiefgelaufen ist, keine Ahnung.) Und da ist es gut, wenn man weiß, wo guter Rat zu finden ist. Die liebe Caro aus dem Hauptstadtgarten in Berlin hat kürzlich gefragt, was unsere liebsten Gartenbücher sind, und zur Blogparade mit Buchvorstellung eingeladen. Dazu hat sie auch diese wunderschöne Illustration gestaltet: Die muß ich Euch einfach zeigen! (Ist die nicht total schön? Die ist total schön, Caro!) Bei der Gelegenheit stelle ich Euch sehr gern eines meiner aktuellen Lieblings-Gartenbücher vor. Denn Blogparaden bringen Freude! #gartenbuchplogparade

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Ich gehe in meinen Garten und ernte – Hokkaido {#ausmeinemgarten}

Liebe Leute, die Ernteparty startet in die Herbst- und Winterrunde! Laubenhausmädchens erste Blogparade läuft immer noch, und ich lade Euch alle herzlich ein, weiterhin ordentlich mitzumachen. Ihr habt ’n Garten oder baut auf dem Balkon oder auf der Terrasse allerlei Erntebares an? Auf der Fensterbank stehen die Kräutertöpfchen? Ihr kennt jemanden, der jemanden kennt, der einen Schrebergarten hat und Euch gelegentlich an seiner Ernte teilhaben läßt? Gilt alles! Haut Eure liebsten Rezepte raus, wir legen ein gemeinsames virtuelles Kochbuch an, unter dem Hashtag #ausmeinemgarten. Wer keinen Blog hat, schreibt gern in die Kommentare. Alle anderen – und ich hoffe sehr, wir werden immer noch mehr! – schicken mir einfach einen Link zu ihrem Beitrag per E-Mail und ich sammele alle Rezepte hier. So entsteht dann hoffentlich im Laufe der kommenden Wochen und Monate eine lange, lange Liste – ein Dutzend (!!) wunderbare Rezepte sinds schon Stand heute. Das freut mich wirklich so sehr! Aber die Parade soll mit dem Ende der Erntezeit erst schließen, Ihr habt also noch Zeit bis zum Grünkohl. In diesem Post und in meiner Sidebar findet Ihr ein Bild, das Ihr gerne auch in Euren Blogposts verwenden könnt. Ich habe es gerade erst aktualisiert – ein wenig passend zur Jahreszeit.

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Bunt ist meine Lieblingsfarbe. In der Markthalle von Porto {Laubenhausmädchen verreist}

Von 28 auf 8 in etwas mehr als einer Woche? Leute! Das geht mir echt zu schnell. Jetzt mal ernsthaft! Kürzlich zeigte das Thermometer doch noch zuverlässig zweistellige Temperaturen an, das habe ich mir doch nicht eingebildet … 30 Grad hatten wir an manchen Tagen in Portugal. Die Sonne schien aus allen Knopflöchern. Wirklich aus allen! Und am Wochenende? Sonntagsspaziergang bei acht Grad und Nieselregen. Bäm. Willkommen in der Realität. Das hält doch kein Mensch lange aus! – Aber wie gut, dass ich heute endlich mal ein bisschen Zeit und Ruhe hatte, meine Urlaubsbilder zu sortieren. Ich geb‘ Euch ganz viel ab von dem Licht und der Helligkeit und den knalligen Farben! Geht auch gleich los.

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